Vom Reisemobil-Boom profitieren

25.10.2018 - 10:55

Stellplatz-Gipfel feiert Premiere auf Leipziger TC / Experten geben Tipps für Bau, Gestaltung und Betrieb von Reisemobil-Stellplätzen

Die Caravaning-Branche boomt, immer mehr Menschen verbringen den Urlaub in ihrem Eigenheim auf vier Rädern. Allein im ersten Halbjahr 2018 wurden in Deutschland laut Caravaning Industrie Verband CIVD über 54.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen – knapp zwölf Prozent mehr als im Vorjahr.

Damit wächst auch der Bedarf an Stellplätzen für Wohnmobile, wenn die Reisenden mit ihren Fahrzeugen Städtetrips unternehmen oder die Plätze auf der Durchreise für ein oder zwei Übernachtungen nutzen wollen. Im Umkehrschluss entsteht für Städte, Gemeinden und Privatanbieter ein zusätzlicher Tourismusbaustein. Wie sie diesen am besten umsetzen können, erfahren interessierte Teilnehmer auf dem Stellplatz-Gipfel am Donnerstag, 22. November, 13 Uhr, auf der TC Leipzig.

Alexander Ege aus der TC-Projektleitung skizziert die Inhalte des Stellplatz-Gipfels und spricht über die Vorzüge eines Stellplatzes.

Herr Ege, was genau ist der Stellplatz-Gipfel auf der TC und was ist das Besondere daran?

Der Stellplatz-Gipfel ist eine Plattform für alle kommunalen Vertreter, Touristiker und Campingplatz-Betreiber, die sich über Einrichtung und Betrieb eines Stellplatzes informieren möchten. Dabei erhalten die Teilnehmer dieses Forums kompakte Informationen durch Referenten aus Caravaning-Industrie, Presse und Kommunen. Die Experten beantworten alle offenen Fragen: „Was sind die Voraussetzungen für einen Wohnmobil-Stellplatz?“, „Welche Art von Gästen sucht einen solchen Stellplatz?“, „Was ist bei der Planung zu beachten und wie erfolgt die Kalkulation dafür?“, „Wie viel Geld bringt ein Wohnmobilkunde mit?“.

Wie kam es zur Idee für den Gipfel? 

Wir veranstalten neben der TC auch die weltweit größte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit, die CMT, in Stuttgart. Dort führen wir seit 2016 jährlich einen Stellplatz-Gipfel mit großem Erfolg durch. Dieses bewährte Konzept bringen wir nun mit auf die TC nach Leipzig. Die Ursprungsidee entstand aus dem wachsenden Bedarf an Stellplätzen aufgrund des anhaltenden Verkaufsbooms von Freizeitfahrzeugen. Gleichzeitig wächst der Anteil an Caravaning-Urlaubern deutschlandweit kontinuierlich. Beste Voraussetzungen, sich neue touristische Zielgruppen zu erschließen.

Warum sollte man über die Einrichtung eines Stellplatzes nachdenken?

Durch einen gut geplanten und beworbenen Wohnmobil-Stellplatz kann sowohl die Kommune als auch die lokale Wirtschaft stark profitieren. Ein Gast, der mit dem Wohnmobil anreist, gibt nach einer Umfrage des Fachmagazins Promobil im Tagesdurchschnitt 43 Euro aus, als Familie entsprechend mehr. Es profitiert also nicht nur der Stellplatz-Betreiber, sondern auch die lokale Wirtschaft – vom Bäcker bis zum Gastronomen.

Viele Chancen für eine Gemeinde also, gibt es auch Risiken?

Ja, auch darauf wird aufmerksam gemacht. Riskant wären zum Beispiel eine mangelhafte Bauplanung oder ein nicht attraktiver Standort. Auch die fehlende oder unzureichende Bewerbung gehört zu den Gefahren wie auch das Nichteinbeziehen der örtlichen Handel- und Gewerbetreibenden.

Wie sind die Erfahrungen von Gemeinden, die bereits einen Stellplatz betreiben?

Das Feedback, das wir bekommen, ist durchweg positiv. Zum einen macht sich die wirtschaftliche Rentabilität bemerkbar, zum anderen wird die Region, Stadt oder Kommune, die einen Stellplatz anbieten, als Destination stärker wahrgenommen. Wohnmobilisten sind sehr flexibel und bleiben gern länger an einem Ort, der auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Welchen Nutzen haben Gipfel-Besucher von der Veranstaltung?

Die Teilnehmer erhalten wichtige Kontakte, lernen die technischen Voraussetzungen und Grundlagen für eine solche Anlage kennen. Sie bekommen Planungshilfen und ein Verständnis über eine potenziell neue Besucherzielgruppe. Und natürlich werden auch die unterschiedlichen Förderungsmöglichkeiten vorgestellt.

Wie sieht die Veranstaltung im Detail aus?

Der Gipfel am Donnerstagnachmittag ist überschaubar auf zwei Stunden geplant. Diese Zeit teilt sich in Vorträge und individuelle Gespräche. Wir freuen uns sehr, dass wir mit Jürgen Dieckert von Top Platz einen absoluten Experten in Sachen Camping und Caravaning dabei haben. Er stellt die Planungshilfe des Deutschen Tourismusverbands für Reisemobilstellplätze vor. Darin gibt es verlässliche Empfehlungen zu Standort, Anbindung, Beschilderung, Platzgestaltung und Ver- und Entsorgungseinrichtungen. Fachjournalisten und Experten vom Caravaning Industrieverband runden das Forum ab.

Der Stellplatz-Gipfel findet am Donnerstag, 22. November, 13 Uhr, in der Internationalen Business Lounge der Leipziger Messe statt. Interessierte Teilnehmer aus Städten und Gemeinden sowie der Tourismuswirtschaft können sich im Vorfeld bei Nanna Richter anmelden: nanna.richter@messe-stuttgart.de.

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