Shaping the Future: Nachbericht "Additive Fertigung #1"

25.06.2020 - 14:57

Was mit 3D-Druck in der Medizinprodukte-Entwicklung heute machbar ist ­– das wurde am 24. Juni in der T4M-Reihe „Shaping the Future of Medical Technology“ diskutiert. Lesen Sie den Nachbericht zur Web-Session vom Fachmagazin Medtech Zwo.

Im Rahmen der neuen T4M-Webinarreihe „Shaping the Future of Medical Technology“ begrüßte die Projektleiterin der T4M, Tanja Wendling, am 24. Juni Zuhörer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, den Niederlanden und Frankreich. Die digitale Serie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Messe Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem VDMA sowie dem Veranstalter der T4M-Start-up World, Medtech Zwo. Sie stellt immer mittwochs von 10 bis 11 Uhr Innovationen aus verschiedenen Themenfeldern vor.

In dem 60-minütigen Online-Event "Wie additive Fertigung neue Möglichkeiten bietet #1" zeigten die Start-ups Kumovis und die PMT GmbH als Partner der Fabb-it pro3D sowie die innovationsfreudigen Unternehmen Röchling Medical Waldachtal AG und Konstruktion Baumann OHG ihr Know-how.

Das digitale Event startete mit einem Ausblick in die Welt des 4D-Drucks, moderiert von Niklas Kuczaty, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik im VDMA. „Objekte, die sich über Einflüsse von außen selbst formen wie zum Beispiel durch Wärme, erschaffen extrem viele spannende Dinge“, erklärt Kuczaty. Der automatische Aufbau von Möbeln, selbstgenerierende Rohre und viele weitere Themen, die sich gerade im sehr frühen Entwicklungsstadium befinden, seien damit realisierbar. Aber auch der 3D-Druck bietet aus seiner Sicht bereits viel Potenzial, das noch lange nicht auf einem Entwicklungsplateau angelangt sei. Ebenso verwies Kuczaty auf das große Innovationspotenzial der Biotechnologie – etwa im Organdruck. Auch hier sei künftig noch einiges zu erwarten.

Es folgte Martin Herzmann, Business Development Manager bei Kumovis, der „Komplettsysteme für den medizinischen 3D-Druck“ präsentierte. Das Münchener Jungunternehmen hat ein patentiertes Temperierkreislaufsystem entwickelt mit der Möglichkeit, eine Reinraumumgebung im Inneren des Druckers zu erzeugen. „Der ganze Bauraum wird gleichmäßig auf bis zu 250° C aufgeheizt, wodurch ein sehr, sehr kontrollierter laminarer Luftstrom im Bauraum erzeugt wird, um auch bei größeren Bauelementen Materialien zu verarbeiten, die ähnliche mechanische Eigenschaften wie beim Spritzguss haben“, erklärte Herzmann. Mit dem Kumovis R1 fertigt das Start-up  eine neue Generation von Medizinprodukten aus Hochleistungskunststoffen wie PEEK.

Interesse an solch einem 3D-Drucker vermeldete anschließend Sebastian Koller, Leiter Innovationen und Produktentwicklung der Röchling Medical Waldachtal AG. Er gab in seinem Vortrag einen Überblick über die Dienstleistungen im 3D-Druck, die von Röchling angebote werden. Das Unternehmen ist ein Experte für innovative Kunststoffbearbeitung und kann auf ein breites Portfolio an fertigungs- und verfahrenstechnischen Kompetenzen für Produkte in Medizin- und Industrietechnik zurückgreifen. Erweiterte Entwicklungs- und regulatorische Dienstleistungen runden das Angebot der Röchling Medical Waldachtal AG ab, wodurch die  ‚Time to Market‘ für neue Produkte deutlich reduziert werden könne, so Koller.

Axel Meier, Geschäftsführender Gesellschafter der PMT GmbH und Partner der Fabb-it pro3D, erläuterte am FDM-Druck eines Fußorthesen-Rohlings den verbesserten Herstellungsprozess durch die 3D-Technologie. Dadurch könnten die Orthopädietechniker Arbeitszeit gewinnen, die Kosten reduziert werden und dem Kunden eine größere Designfreiheit angeboten werden. Außerdem erlaubt die Software die Simulation von ein bis zwei Wachstumsschüben, um 3D-Modelle direkt zu erzeugen und zu drucken.

Christian Baumann, Geschäftsführer und Inhaber der Konstruktion Baumann OHG, erläuterte im Anschluss die Schwerpunkte seines Unternehmens: Beratung, Engineering, additive Fertigung und Automationstechnik. Am Beispiel eines Liquid-Handling-Automaten in der Medizintechnik erklärte Baumann das Optimierungspotenzial der additiven Fertigung. Pozesskritische Komponenten und Prozesse können in der Entwicklungszeit verkürzt werden. „Bei der additiven Fertigung bestimmt die Konstruktion die Fertigung und nicht umgekehrt“, so Baumann. Mit der Integration der Vollfarbe des 3D-Drucks können individuelle Brandings und QR-Codes generiert werden, was eine eindeutige Bauteilkennzeichnung mit Hinblick auf die Anforderungen der Medical Device Regulation erlaubt. Zudem kann eine Verschleißkontrolle durch Farbschichten auf Funktionsflächen vorgenommen werden.

Das nächste Webinar findet am 1. Juli zum Thema Qualitätssicherheit und UDI-Konformität statt. Die Start-ups Projektraum36 und Amiri Asolu sowie die etablierten Firmen Quality Analysis und CAQ AG werden dabei sein.

Quelle: Medtech Zwo

 

Alle Web-Sessions und Anmeldung

Alle Medien als .zip herunterladenzurück zur Übersicht