"Gemeinsam sind wir stärker" – was sich hinter dem Leitsatz der MedNet GmbH verbirgt

18.01.2019 - 07:55

Ole Stein, Sales Management Medizinische Komponenten & Sets, und Matthias Heinz, Sales Management Technische Komponenten & Konnektoren, erklären wie dieses Motto gelebt wird und warum die Entscheidung auf der T4M - Technology for Medical Devices auszustellen, es einmal mehr unterstreicht.

Welche Materialien, Komponenten und Services bieten Sie konkret für die Medizintechnik an? Und wie realisieren Sie diese?

Ole Stein: MedNet bedient mit seinem breiten Repertoire viele verschiedene Stufen im Herstellungsprozess von Medizinprodukten: angefangen bei Materialien wie Polymere und Legierungen,  über Halbzeuge wie Rohre und Drähte bis hin zu Standardkomponenten. Hier liefern wir Komponenten und Sets für die Angiografie, interventionelle Radiologie und für das Flüssigkeitsmanagement. Neben einer eigenen Produktlinie greifen wir dabei auf ein gut aufgestelltes Netzwerk internationaler Hersteller und hochspezialisierter Technologieanbieter zurück, das wir seit 1990 kontinuierlich ausbauen. Gemeinsam können wir so neben den bereits genannten Produkten auch Fertigungstechnologien zur Herstellung kundenspezifischer Komponenten anbieten, und zwar für zahlreiche Präzisionskomponenten aus Metall, Silikon oder aus Elastomeren. Über einen anderen Partner können Sie Ihr Medizinprodukt auftragsfertigen lassen und schlussendlich bietet MedNet einen regulatorischen Service für das Inverkehrbringen der Produkte auf dem europäischen Markt an. 

„Gemeinsam sind wir stärker“ – dieses Motto steht für die Beziehung zwischen MedNet und seinen Partnern. Welchen konkreten Mehrwert bietet der Zusammenschluss den Herstellern und Inverkehrbringern in der Medizintechnik?

Matthias Heinz: Mit diesem Konzept können wir ein umfassendes Angebot und somit Medizintechnik aus einer Hand bieten. Davon profitieren nicht nur unsere Partner, denen wir in Europa einen etablierten Kundenstamm präsentieren können, sondern natürlich auch unsere Kunden, denen wir umfassenden Service liefern. Viele Hersteller kommen mit einem Designentwurf zu uns und wissen vielleicht noch gar nicht, welches das richtige Material oder die richtige Fertigungstechnik für die gesuchte Komponente ist. Wir bieten hier kompetente Unterstützung und können - zugeschnitten auf das jeweilige Projekt - auf verschiedenste Technologien und Fertigungstiefen zurückgreifen. Daraus ergibt sich am Ende die optimale Lösung, ob für ein Start-Up mit einer neuen Entwicklung oder für den  großen Player am Markt mit einem breiten Bedarf.

Die neue EU-Verordnung der Medizinprodukte (MDR) ist in aller Munde und wird heiß diskutiert. Was bedeutet die MDR für Ihr Unternehmen und Ihre Services?

Ole Stein: Medizinproduktehersteller sehen sich in den letzten Jahren mit immer höheren regulatorischen Anforderungen konfrontiert. Immer mehr Entwicklungen werden eingestellt, weil der regulatorische Aufwand für ihre Realisierung vor allem für kleinere Unternehmen zu groß ist. Wir sehen in dieser Entwicklung für MedNet in vielerlei Hinsicht Wachstumschancen und stehen neuen Geschäftsmodellen generell offen gegenüber, die unsere Kunden darin unterstützen, den regulatorischen Aufwand auf ihrer Seite zu minimieren. So verkaufen wir zum Einen an Kitpacker immer mehr CE gekennzeichnete Komponenten. Der Bedarf wird in Zukunft sicherlich noch steigen und MedNet wird sein Angebot dahingehend weiter ausbauen. Zum Anderen sind die Anforderungen und Risiken für den Europäischen Bevollmächtigten gestiegen. Ihm wird unter der neuen MDR eine höhere Produktverantwortung zugeschrieben und der Bevollmächtigte muss in Zukunft ISO 13485 zertifiziert sein. Auch hier wird sich der Markt konsolidieren und die Nachfrage nach langjährig etablierten und zertifizierten Anbietern zunehmen.

Die Medizintechnik ist zwar eine stark regulierte, aber auch eine stetig wachsende Branche.  Was meinen Sie, wie sieht der Markt in fünf Jahren aus? Wie wird sich Ihr Angebot weiterentwickeln?

Ole Stein: Der Trend der Konsolidierung wird weiter voranschreiten, weil kleinere Unternehmen mit den  gestiegenen Anforderungen nicht mehr mithalten können. MedNet wird in Zukunft mit seinem flexiblen Geschäftsmodell davon profitieren. Unser Ziel ist es, dynamisch zu bleiben und auf die neuen Anforderungen des Marktes zu reagieren. Wir werden daher unser Netzwerk in der Zukunft eher ausbauen als minimieren.

Wir bleiben in der Zukunft. Sie haben sich für eine Ausstellung auf der T4M – Technology for Medical Devices entschieden. Was waren die ausschlaggebenden Gründe für die neue Fachmesse in Stuttgart?

Matthias Heinz: Wie Sie sich denken können, ist die Situation als Aussteller nicht gerade zufriedenstellend: Neben der T4M bietet die medtecLIVE, die aus der etablierten Medtec Europe hervorgeht, eine ganz ähnliche Plattform. Als Aussteller sahen wir uns vor die Wahl gestellt. Dann haben wir uns auf unsere Kunden besonnen und sie in einer Meinungsumfrage mit ins Boot geholt. Das Ergebnis sprach knapp für Stuttgart. Das hat uns insofern gefreut, als das wir aus Standortsgesichts-punkten in Stuttgart einem großen Kundenstamm treu bleiben. Trotzdem werden wir auf beiden Messen ausstellen und uns ein umfassendes Bild machen. Am Ende werden die Besucher entscheiden, welche Messe sich durchsetzen wird.

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