150 Tage im Amt: Projekleiterin Tanja Wendling zieht erste Bilanz zur T4M

05.12.2018 - 14:06

Seit April 2018 arbeitet die Messe Stuttgart erstmals an einer eigenen Fachmesse für die Zulieferer der Medizintechnik. Tanja Wendling vervollständigte das T4M-Team im Juli, als Projektleiterin. Im Interview spricht sie über ihre Motivation, Herausforderungen und Erfolge.

Frau Wendling, am 28. November waren Sie 150 Tage im „Amt“. Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit als Projektleiterin der T4M am meisten Spaß?

Ich fand es von Anfang an besonders spannend, die Medizintechnikbranche kennen und verstehen zu lernen und am Aufbau einer nachhaltigen Messe am branchenrelevanten Standort Stuttgart mitwirken zu können. Dass ich dabei einen so guten Zuspruch aus der Branche erfahren durfte, ist ebenfalls eine schöne Erfahrung – ebenso wie der ausgeprägte Teamgeist in unserem T4M-Projektteam.

Wenn Sie noch mal zurückblicken: Was hat Sie damals daran gereizt, diesen Job anzunehmen?

Entscheidend war für mich die Vielseitigkeit der Stelle. Als Projektleiter einer Messe hat man gleich mehrere Rollen und Aufgaben: Man ist Stratege, Manager und Koordinator, verantwortet Marketing und Vertrieb und ist gleichzeitig Netzwerker und Unternehmer in eigener „Projektsache“. Außerdem hat es mich gereizt, mit der Fachmesse T4M eine neue Messe mit Branchentiefgang zu gestalten – und das unter hohem Wettbewerbsdruck. Da muss man schon seinen Blickwinkel erweitern, was ich gerne tue.

Was haben Sie zu Beginn Ihrer Planungen der T4M als spannendste Herausforderung betrachtet?

Das war und ist ganz klar der Faktor Zeit. Ich habe am 7. Juli 2018 bei der Messe Stuttgart angefangen und damit zehn Monate vor Messebeginn, denn die T4M öffnet am 7. Mai 2019 erstmals ihre Tore. Da bleibt nicht viel Zeit zum Nachdenken oder Ausprobieren. Eine weitere Herausforderung besteht darin, der Medizintechnikbranche mit der T4M ein neues Produkt zu bieten, das nicht nur ihre Erwartungen erfüllt, sondern sie wirklich begeistert.

Wie ist es Ihnen aus heutiger Sicht gelungen, diese Herausforderungen zu meistern?

Noch ist das Projekt ja nicht abgeschlossen, aber wir sind auf einem sehr guten Weg. Das habe ich vor allem dem Führungsteam der Messe Stuttgart und dem Projektteam der T4M zu verdanken, die mir Freiraum, Rückendeckung, Unterstützung und Vertrauen schenken. Gemeinsam gewinnen wir immer wieder kleine Rennen gegen die Zeit und kommunizieren dann die neuesten Entwicklungen und Kooperationen direkt in den Markt. Denn wir wollen die „Informations-Wartezeit“ der Interessierten und noch nicht entschlossenen Unternehmen nicht überstrapazieren, die als Aussteller vor der Frage stehen: Stelle ich 2019 aus – und wenn ja, wo?

Mit VDMA und Swiss Medtech konnten Sie schon früh starke Partner ins Boot holen. Viele Branchengrößen sitzen im eigens eingerichteten Messebeirat. Wie wichtig sind Kooperationen für den Erfolg einer neuen Messe?

Die Bedürfnisse einer Messe sind je nach Branche sehr unterschiedlich. Um die T4M für Aussteller interessant zu gestalten, braucht es unbedingt die Nähe zur Medizintechnik. Deshalb sind wir sehr froh über die Bereitschaft unserer Partner, wie zum Beispiel des VDMA und der Swiss Medtech, die T4M gemeinsam mit uns „groß“ zu machen. Kooperationen wie diese basieren auf Vertrauen, Loyalität, Aufgabenverteilung und Kommunikation. Nur so erhalten wir schnell Zugang zum Markt, können Chancen für die T4M früh erkennen und nutzen, um eine nachhaltige Medizintechnikmesse bei uns in Stuttgart zu etablieren. Denn der „Krieg der Messen“ und damit der Kampf um die Budgets ausstellender Unternehmen hat längst begonnen. Das ist übrigens kein spezifisches Problem, sondern zieht sich über jegliche Veranstaltungsformate und Branchen hinweg.

Sie betonen, dass die T4M eine Messe „von der Branche für die Branche“ werden soll. Können Sie ein Beispiel für eine Idee oder Anregung aus der Branche nennen, die Sie auf der T4M umsetzen werden?

In den Gesprächen mit Unternehmen hat sich sehr früh abgezeichnet, dass neben Entwicklern, Qualitätsmanagern und Produktionsverantwortlichen auch technische Einkäufer eine wichtige Zielgruppe für die Aussteller darstellen, die bisher aber selten auf Messen anzutreffen ist. Wir haben uns dann die Frage gestellt, wie wir die T4M für Einkäufer attraktiv machen können. Schnell war klar, dass eine Kooperation mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) der richtige Weg ist. Der BME veranstaltet sein „Forum Einkauf in der Medizintechnik“ samt angebundenem Workshop jetzt auf der T4M – und damit erstmals auf einer Medizintechnikmesse überhaupt. Das ist ein großer Gewinn für beide Seiten, denn durch diese Kooperation erreichen wir Einkäufer nicht nur wirksam, wir vernetzen sie auch innerhalb der Branche.

Sie arbeiten parallel intensiv am Rahmenprogramm der T4M. Den bekannten Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky konnten Sie bereits für einen Vortrag gewinnen, mit der Networking Plattform „Start-up World“ wollen Sie Gründer und Investoren zusammenbringen. Verraten Sie uns, was Sie sonst noch in petto haben?

Wir haben noch ein paar sehr spannende Themen in der Diskussion, zu denen ich aber noch nichts verraten möchte. Worauf sich Aussteller und Besucher der T4M aber auf jeden Fall verlassen können: Wir werden das Rahmenprogramm in die Hallen bringen! Unser „Alles-unter-einem-Dach-Prinzip“ beinhaltet eine Kombination aus Ausstellung, Foren, Workshops und Networking und bietet damit ideale Voraussetzungen für neue Impulse und vielversprechende Geschäftskontakte.

Wie zufrieden sind Sie mit dem aktuellen Stand der Ausstelleranmeldungen?

Wenn man bedenkt, dass die T4M erst seit wenigen Monaten existiert und wir nicht auf bestehende Rebookings aus Vorveranstaltungen, Konzepte oder Medizintechnik-Netzwerke zurückgreifen können, haben wir bereits eine Menge erreicht.

Was machen Sie am 10. Mai 2019 – dem Tag nach dem Ende der ersten T4M?

Am 10. Mai 2019 werde ich mich nach einer hoffentlich sehr erfolgreichen Messepremiere der T4M zunächst entspannen und mich bei einem großartigen Team für die tolle Zusammenarbeit bedanken. Danach werde ich Energie für die T4M 2020 sammeln.

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