01.10.2020 - 17:11

Shaping the Future: Nachbericht "Produktentwicklung"

Die Herausforderungen bei der Produktentwicklung diskutierten Experten am 30. September beim letzten T4M-Webinar der Reihe „Shaping the Future of Medical Technology“. Lesen Sie den Nachbericht zur Web-Session vom Fachmagazin Medtech Zwo.

Das Webinar der T4M-Reihe „Shaping the Future of Medical Technology“ vom 30. September war das vorerst letzte Online-Event, das dieMesse Stuttgart in Zusammenarbeit mit der VDMA Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik und dem Veranstalter der T4M-Start-up World, Medtech Zwo, durchgeführt hat. Immer mittwochs wurde ein vielfältiges Programm mit besonderem Fokus auf noch junge Start-up Unternehmen durchgeführt. Am 30. September stand das Thema Produktentwicklung ajf der Agenda – hier kamen einige Start-ups wie mdeg digital und fruitcore robotics sowie die Firmen danumed Medizintechnik und DMT Produktentwicklung zu Wort.

Niklas Kuczaty, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik beim VDMA, machte zu Beginn des Webinars deutlich, dass die etwa 3.400 VDMA-Mitgliedsunternehmen über ein breites Spektrum an Know-how verfügen und als Zulieferer für die Medizintechnik vielfach sehr eng in der Produktentwicklung eingebunden sind. „Besonders in der Medizintechnik ist eine starke Zusammenarbeit auf Augenhöhe vorhanden“, so Kuczaty.

Mit mehr als über 25 Jahren Erfahrung als Engineering Partner wurde die Session mit der DMT Produktentwicklung GmbH aus Nufringen gestartet. Rüdiger Restle berichtete von den langjährigen Entwicklungserfahrungen seines Teams, bestehend aus über 50 Mitarbeitern, die sich mit mechanischen Produktlösungen für die Mess- und Medizintechnik beschäftigen und hier den gesamten Prozess von der Idee bis hin zum funktionsfähigen Prototypen über die Zulassung und Validierung bis hin zur Serienproduktionsprozessentwicklung und abgeschlossenen Serienanlauf begleiten können. Zu den Kunden gehörten unter anderem GE Healthcare, die Fritz Stephan GmbH Medizintechnik, die EMTensor GmbH oder auch das Diagnostik-Unternehmen Curetis. Besondere Expertise bringt der Dienstleister mit Blick auf Mechanikentwicklung und Systemintegration mit, etwa beim Gehäusekonzept E-PAC (Electronic Packaging Assembly Concept): durch spezielle Kühlkanäle weist es besondere Entwärmungs- und Isolierungseigenschaften auf. Wie Restle ausführte, findet das Gehäusesystem beispielsweise bei der Flüssigkeitschromatographie Anwendung, aber auch im OP-Bereich ist es dank der wärmeabführender Wirkung geeignet. Das Material, Expandiertes Polypropylen (EPP), benötigt jedoch eine Mindeststärke, weshalb vor allem größere Geräten in Frage kommen.


Patrick Zimmermann, CFO von fruitcore robotics GmbH, präsentierte anschließend den Premium-Industrieroboter HORST (Highly Optimized Robotic Systems Technology). Der Roboter kann dank der innovativen Kinematik seiner Viergelenkketten anspruchsvoll eingesetzt werden – und das zu vergleichsweise kostengünstigen Preisen, die auch für kleine Unternehmen zu stemmen sind. Ein weiteres Plus besteht in der intuitiven Bedieneroberfläche, so Zimmermann: „Diese erlaubt es auch Nicht-IT-Experten, die Steuerung schnell und einfach vorzunehmen.“ Die Zusammenarbeit mit Partnern erfolgt dabei über die Plattform horstCOSMOS. Sie dient als Schnittstelle zur einfachen Interaktion zwischen Nutzern und dem Team von fruitcore robotics. Anfang Juli wurde zudem die Produktionskapazitäten von fruitcore robotics erweitert und ein Standort in Villingen-Schwenningen eröffnet. Hier sollen nun mehrere hundert Roboter pro Jahr entstehen.

Gesamtheitliche sowie individuelle Konnektivitätslösungen für medizinische Geräte präsentierte Christoph Beck, Gründer und CEO von mdeg digital GmbH. Das deutsch-schweizerische Start-up bietet seine Unterstützung entlang des gesamten Prozesses der digitalen Anbindung von Medizingeräten an. „Die Passion liegt in der Kombination von Medizin und Technologie“, so Beck, der die Zukunft der Medizintechnik in Daten, Informationen und digitalen Dienstleistungen sieht. Besonders in den Krankenhäusern, aber auch in Arztpraxen herrsche derzeit jedoch noch eine sehr inhomogene Landschaft von Medizingeräten, so Beck, was große Herausforderungen mit Blick auf die Vernetzung mit sich bringt. Daher liefert sein Unternehmen individuelle Lösungen für seine Kunden – entweder als Gesamtentwicklungsprozess oder für ausgewählte Teilprojekte. Mit dem mdeg Starter-Kit verspricht die Firma eine digitale Anbindung aktiver medizinische Geräte in sieben Tagen. Dafür nutzt das Team Elemente der bereits etablierten mdeg Connectivity Solution. Zusätzlich werden für die Kunden Lösungen wie Pay-per-Use, Digital Twin oder System Health Monitoring umgesetzt. „Mit dem mdeg Starter-Kit bieten wir Medizintechnikherstellern die Möglichkeit, in nur sieben Tagen wichtige Erfahrungen rund um das Thema digitale Anbindung zu sammeln. Es ermöglicht, erste Use Cases zu realisieren, technische Möglichkeiten auszuloten und früh wichtiges Stakeholder Feedback einzuholen“, so Beck.

„Das Start-Up für Start-ups“, so fasste Claudia Hans, Marketing Managerin der danumed Medizintechnik GmbH, ihren Ansatz mit Blick auf das Feld der enteralen Ernährung zusammen. „Mit eigenen Ideen und in Zusammenarbeit mit Kunden verbessern wir herkömmliche enterale Applikationstechniken“, betonte die letzte Vortragende im Webinar. Das Unternehmen will dabei Start-ups helfen, innovative Produktideen in ein verkaufsfähiges und zertifiziertes Produkt zu bringen und dabei innerhalb eines finanziellen und zeitlichen Rahmens zu bleiben, der realistisch und umsetzbar ist. Am Beispiel der Micropos Medical GmbH präsentierte die Marketing Managerin eine umfassende Produktrealisierung. Die Expertise des Unternehmens half bei der technischen als auch bei der regulatorischen Entwicklung des Produktes und realisierte eine Implementierung innerhalb von zwölf Monaten.

Quelle: Medtech Zwo

back to overview