Kunststoff in der Medizintechnik. Ein Interview.

09.01.2019 - 10:55

Die ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH gehört zu den Top-100-Innovatoren 2018. Herr Seeber, Director Sales Medical & Life Science, berichtet vom Erfolgsrezept als innovationsgetriebenes Unternehmen, das sich den immer komplexeren Herausforderungen in der Medizintechnik stellt.

Die ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH (EKT) wurde 2018 als Top-100-Innovator ausgezeichnet. Was macht Ihr Unternehmen als Ideenschmiede so erfolgreich?

Der Markt der Medizintechnik unterliegt einer enormen Dynamik. Das treibt auch uns an und unsere Fertigungstechnologien immer weiter zu entwickeln und uns so im Wettbewerb zu behaupten. Um unsere Technologieführerschaft auch weiterhin zu behaupten, pflegen wir einen engen Austausch mit unseren Kunden und gehen unmittelbar auf deren Bedürfnisse ein. „Wie sieht dieses Produkt in fünf Jahren aus? Wie sollte es aussehen, damit es Ihre Anforderungen auch dann noch erfüllt? Das sind Fragen, die wir unseren Kunden stellen und so erkennen wir frühzeitig neue Trends und identifizieren innovative Anwendungsgebiete.

Innovationsdruck versus gesetzliche Anforderungen und Kosteneffizienz – Wie lässt sich das miteinander vereinbaren?

Die Herausforderungen in der Medizin werden immer komplexer und die gesetzlichen Anforderungen steigen. Daher sind wir bei EKT grundsätzlich sehr innovationsgetrieben und verfolgen einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Das heißt, wenn wir ein neues Produkt auf den Markt bringen, machen wir uns sofort an die Arbeit, um dieses weiterzuentwickeln. Unsere Kunden profitieren von den kurzen Innovationszyklen und den wirtschaftlich sinnvollen Lösungen, die wir anbieten.

Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff: Welche grundsätzlichen Unterschiede gibt es?

Bei EKT setzen wir auf biokompatible Hochleistungskunststoffe mit außerordentlichen Anforderungsprofilen, wie zum Beispiel Temperaturbeständigkeit, Druckbeständigkeit, chemische Inertheit und geringe Reibung. Unsere Produkte zeichnen sich durch hohe Zuverlässigkeit und Sicherheit für Patienten aus und werden sowohl in der klassischen Chirurgie, als auch in der minimalinvasiven Chirurgie und im Dentalbereich, aber auch in der Analyse- oder der Dialysetechnik eingesetzt.

Welche Vorteile haben Kunststoffe in der Medizintechnik im Vergleich zu anderen Werkstoffen? Und wo liegen die Grenzen?

Hochleistungskunststoffe lassen sich nicht nur mit genau den erwünschten Eigenschaften ausstatten, sie bieten auch genau die Vorteile, die in der Medizintechnik entscheidend sind wie höhere Freiheitsgrade bei der Konstruktion, leichter, wiederverwendbar, biokompatibel etc. Grenzen gibt es für Kunststoffe zum Beispiel in der Sterilisation oder bei thermischen Einsätzen und statischer Belastung.

Warum haben Sie sich für die T4M – Technology for Medical Devices entschieden? Welche Erfolgsfaktoren haben Sie schon definiert?

Die T4M fördert die Vernetzung der verschiedenen Fachdisziplinen und dient uns zum Ausbau unseres Netzwerks. Als innovationsgetriebenes Unternehmen ist es uns ein Anliegen, die Messe mitzugestalten. Daher haben wir uns bewusst für ein Engagement im Messbeirat entschieden.

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