21. - 23.10.2023 Fachmesse für die Fleischbranche
20.07.2021 - 12:00

Digitalisierung und Nachhaltigkeit locken auf die SÜFFA 

Interviews zeigen Schwerpunktthemen für den Messebesuch auf

Neun InhaberInnen von Fleischerfachgeschäften wurden Anfang Juli im Auftrag der Messe Stuttgart telefonisch interviewt: Wollen Sie zur SÜFFA gehen? Wenn ja, was interessiert Sie besonders. Das für die Messemacher schönste Ergebnis vorneweg: Acht von neun antworteten: „Ja, wir wollen zur SÜFFA gehen“, nur ein Interviewpartner aus dem Nordosten Deutschlands meinte, Stuttgart sei einfach zu weit weg. Bei den Schwerpunktthemen, die den Messerundgang bestimmen, rangieren nachhaltige Verpackungen und digitale Lösungen sowie Ladenbau und Rationalisierung ganz vorne. Ein weiterer Trend: Immer öfter kommt die Inhaberfamilie zusammen mit Mitarbeitenden zur Messe. 

Bernd Steffen betreibt den „Hof Steffen“ mit Rinderhaltung, Schweinemast und Ackerbau. An fünf Standorten im Raum Kiel unterhält er Verkaufsstellen seiner „Fleischerei Steffen“. Eine Fachzeitung titelte einmal, Steffen sei „sein eigener Warenkreislauf“. Und warum fährt er zur SÜFFA? „Ich will immer auf dem neuesten Stand sein, was sich in unserer Branche tut. Besonders wichtig sind mir alle Themen rund um den Verkauf, beispielsweise Verpackung und Mehrweg-Systeme für warmes Essen.“ Steffen ist in einer Gruppe von sieben Fleischern im Nord-Fleischerverband, die nachhaltige Branchenlösungen suchen. Entsprechend sucht er diese auch in Stuttgart. Seine generelle Einstellung für den Messebesuch: „Abgesehen von der eigentlichen Messe und den Veranstaltungen im Rahmenprogramm ist die SÜFFA auch immer eine Plattform für den kollegialen Austausch. Ich finde: Der Weg nach Stuttgart zur SÜFFA lohnt sich immer.“

Hannes Kurz ist studierter Betriebswirtschaftler und bildet zusammen mit seinem Bruder Alexander die vierte Generation der Metzgerei Kurz in Schorndorf. Das Unternehmen ist mit seinen Eigenmarken („Kurz und gut“ u. a.) überregional im Lebensmitteleinzelhandel vertreten. Er erklärt: „Wir planen, auf die SÜFFA zu gehen, weil wir uns allgemein über Neuerungen informieren wollen. Aufgrund des neuen Verpackungsgesetzes, das ab 1. Juli 2021 in Kraft ist, wollen wir uns über das Angebot alternativer Verpackungen informieren. Und ansonsten freuen wir uns auf die persönliche Netzwerk-Pflege.“

Joseph Huber ist Inhaber der gleichnamigen Metzgerei mit fünf Verkaufsstellen in Ingolstadt und Geschäftsführer der „Ingolstädter Schlachtbetrieb GmbH“. Mit dem „Joseph Huber Naturschwein“ gibt sein Unternehmen ein Statement für besonders artgerechte Tierhaltung ab. Er erläutert: „Ich fahre zu SÜFFA, weil ich neue Verpackungslösungen suche, die für uns passen und auch ökologisch sind. Weiterhin habe ich für einige Maschinen hier ein Angebot auf dem Schreibtisch liegen. Ich will die Maschinen aber live auf der Messe sehen.“ Huber wird zusammen mit seiner Ehefrau nach Stuttgart fahren. Vor allem die Ladenbauer wollen beide zusammen vergleichen, denn in einer der Verkaufsstellen steht eine Modernisierung an. Auch Joseph Huber spürt einen Nachholbedarf an fachlichem Austausch: „Es ist unbedingt wichtig, Kontakte zu Ausstellern und Kollegen zu pflegen – und ich will das wieder persönlich haben.“

Andreas Spirkl ist Inhaber der Landmetzgerei Spirkl in Kastl bei Altötting. Ende Juli 2021 eröffnet er seine komplett umgebaute Metzgerei. Er setzt auf lokale und hochwertige Qualität; sein Kalbfleisch ist etwa „rosé Vollmilch-Weidekalbfleisch“ von einem nahegelegenen Bauernhof. Obwohl er gerade erst umgebaut hat, gilt sein Augenmerk den Ladenbauern: „Ich will sehen, ob ich up to date umgebaut habe.“ Konkret interessiert er sich für einen Verkaufsautomaten, und am Stand der Zentrag will er sehen, was es an Erzeugnissen aus Rein-Rind und Geflügel gibt. Spirkl sieht den Messebesuch auch als Mitarbeiterfortbildung: „Ich werde zusammen mit meiner Frau, einem Gesellen und einer Verkäuferin nach Stuttgart fahren.“

Ralf Siegel will zusammen mit drei im Betrieb mitarbeitenden Familienangehörigen zur SÜFFA nach Stuttgart fahren. Seine Landschlachterei mit Stammsitz im rheinland-pfälzischen Kleinmaischeid umfasst vier Verkaufsstellen. Das bäuerlich-handwerkliche Profil unterstreicht er gegenwärtig mit dem Bau eines Auslauf-Schweinestalls direkt neben der Metzgerei. Seine Vorab-Bewertung zum Messebesuch: „Die SÜFFA ist für mich eine Messe, die ganz klar auf das Fleischerhandwerk ausgerichtet und von ihrer Größe her noch überschaubar ist. Besonders interessiert mich dieses Jahr der Ladenbau, weil ich einen Umbau meines Hauptgeschäfts plane.“

Melanie Pauleser, Dipl.-Betriebswirtin, entschied sich für die elterliche Metzgerei und gegen einen Job in der Vorstandsetage eines Konzerns. Sie leitet zusammen mit ihrem Bruder die Metzgerei mit sechs Filialen im Raum Ingolstadt. Deshalb fährt sie nach Stuttgart zur SÜFFA: „Mich interessiert die Digitalisierung. Ich will die Zettelflut eindämmen. Insbesondere im Personalwesen sehe ich dringenden Bedarf – da kommen ständig Mitarbeiter und brauchen irgendwelche Bescheinigungen. Auch Urlaubsanträge will ich künftig digital erhalten. Aber auch das ganz Filial-Controlling und die HACCP-Kontrollen können papierlos erfolgen.“ Schließlich will die IT-affine Unternehmerin auch ein Intranet aufbauen. Abgesehen von diesem zentralen Thema interessiert sie sich für neue Theken-Präsentationsplatten, um eine hochwertigere Optik in ihren Filialen zu fördern. Und sie will die Mehrwegverpackungen für warme Imbisse unter die Lupe nehmen. So sehr Melanie Pauleser auf das Internet setzt, so klar sagt sie: „Der Vorteil einer Messe ist, du kannst dir alles live anschauen, anfassen, Deckel drauf und Deckel runter machen.“

Johannes Bechtel ist Mitgeschäftsführer der Fleischerei Bechtel im hessischen Zella. Beim Deutschen Fleischer-Verband ist er Mitglied im Strategiekreis Digitalisierung. Der Vorsitzende des Juniorenverbands des Fleischerhandwerks erklärt: „Ich will in jedem Fall zur SÜFFA gehen. Ein besonderer Grund für den Messebesuch ist, dass wir in einer Filiale einen neuen Laden bauen wollen. Entsprechend werde ich die Leistungen der Ladenbauer vergleichen. Weiterhin will ich in Stuttgart den Fortschritt bei der Digitalisierung erleben. Es gibt noch sehr viele Bereiche, in denen der Computer dem Handwerker wieder mehr Zeit zum Handwerken gibt. Ein genereller Grund für den SÜFFA-Besuch ist natürlich der Austausch mit Kollegen.“ Johannes Bechtel will mit drei bis vier Mitarbeitenden nach Stuttgart kommen. Sein Gedanke dabei: „Wer Mitarbeiter in Entscheidungen einbindet, motiviert für den gemeinsamen Erfolg.“

Patric Dosenbach ist einer der Gesellschafter und Geschäftsführer der Metzgerei Dosenbach in Bad Bellingen. Das Unternehmen hat vier stationäre und drei mobile Filialen. Er sagt: „Klar plane ich zur SÜFFA zu gehen. Ich will Bestellabläufe im Großhandel und mit unseren Filialen digitalisieren und die Lösungen bei der SÜFFA sehen. Weiterhin will ich mehr Rationalisierung in der Produktion – dann werden wir weniger abhängig von den Mitarbeitern, die immer schwerer zu finden sind. Eine weitere konkrete Investitionsabsicht gilt einem Verkaufsfahrzeug.“

 

Links zu den interviewten Betrieben:

 

Bildunterschriften:

Suef_21_PM4_Hannes_Kurz_Alexander_Kurz: Hannes Kurz, Controlling, und Alexander Kurz, Produktion (v.l.), Metzgerei Kurz in Schorndorf. Bildnachweis: Metzgerei Kurz

Suef_21_PM4_Johannes_Bechtel: Johannes Bechtel, Mitgeschäftsführer der Fleischerei Bechtel im hessischen Zella. Bildnachweis: Fleischerei Bechtel

Suef_21_PM4_Joseph_Huber: Joseph Huber, Inhaber Metzgerei Joseph Huber, und Geschäftsführer der Ingolstädter Schlachtbetrieb GmbH. Bildnachweis: Metzgerei Huber

Suef_21_PM4_Melanie_Pauleser: Dipl.-Betriebswirtin Melanie Pauleser, Metzgerei Böhmfelder Pauleser. Bildnachweis: Böhmfelder Pauleser GmbH

Suef_21_PM4_Patric_Dosenbach: Patric Dosenbach, Gesellschafter und Geschäftsführer der Metzgerei Dosenbach. Bildnachweis: Metzgerei Dosenbach

 

 

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