Neue Wege in der Pflege

20.02.2018

Dialog und Weiterbildung: Fachkongress auf der PFLEGE PLUS 2018 mit mehr als 40 Einzelveranstaltungen

Die Stuttgarter PFLEGE PLUS, die Fachmesse für den Pflegemarkt, ist seit jeher nicht nur Leistungsschau, sondern auch eine willkommene Plattform zur Erweiterung des eigenen Kenntnisstands. Im Rahmenprogramm des dreitägigen Branchentreffs vom 15. bis 17. Mai 2018 werden aktuelle Probleme diskutiert, neue Impulse und wertvolles Wissen vermittelt. Mit über 40 hochkarätig besetzten Veranstaltungen bietet vor allem der begleitende Fachkongress Antworten auf viele brennende Fragen. Die Vorträge und Workshops sind in zwei Veranstaltungsreihen mit unterschiedlichem Fokus gegliedert: „Pflege & Therapie in der Praxis“ richtet sich an das Fachpersonal, „Management, Organisation & Planung“ an Entscheidungsträger und Führungskräfte.

Pflegealltag: „Versorgung konkret verbessern“
„Wertvollen Input in einem Spannungsfeld von Humor in der Pflege bis hin zur Palliativversorgung“ verspricht Gregor Senne vom Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg, das mit zahlreichen praxisnahen Vorträgen auf dem „Kongress von Praktikern für Praktiker“ vertreten ist. Letztlich gehe es darum, „Freude und Wohlbefinden in den Alltag von Menschen mit Hilfebedarf zu bekommen“ – also um „relevante Themen, die konkret das Ziel haben, die Versorgung und Betreuung von älteren Menschen zu verbessern, und darüber hinaus auch gesellschaftlichen Aspekten, Innovationen und Projekten Raum geben“. Angesichts der „Herausforderung, die auf uns zukommt“, müsse man in der Pflege den Mut haben, „neue Dinge anzustoßen und neue Wege zu gehen“.

Demenz: „Interkulturelle Brücken bauen“
Einen wichtigen Themenschwerpunkt des Kongresses bildet die Demenz. Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. leben in Deutschland derzeit etwa 1,6 Millionen Erkrankte. Gelingt in Prävention und Therapie kein Durchbruch, könnte sich diese Zahl aufgrund des demografischen Wandels bis zum Jahr 2050 auf drei Millionen erhöhen. Einen Sonderfall stellen dabei „Menschen mit Demenz und Migrationshintergrund“ dar. So lautet auch der Titel eines Vortrags von Ute Hauser, zuständig für Fortbildung und Projekte bei der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg. „Die Gruppe der über 65-jährigen Menschen mit Migrationshintergrund zählt zu den am stärksten wachsenden Bevölkerungsgruppen“, sagt Hauser. „Mittelfristig wird also ein Problem entstehen, auf das man sich vorbereiten muss. Vieles, was sich die Menschen hier angeeignet haben, verliert sich wieder – etwa die erworbenen Deutschkenntnisse.“ Je nach kultureller Herkunft müssten in der Pflege somit viele unterschiedliche Dinge beachtet werden. Beim Fachkongress auf der PFLEGE PLUS will Hauser unter anderem das Projekt „Brücken bauen – Interkultureller Demenzkoffer für Pflegeeinrichtungen“ vorstellen.

Berufspolitik: „Deutschland ist Pflegenotstandsland“
Auch auf berufspolitischer Ebene besteht akuter Diskussionsbedarf: „Deutschland ist Pflegenotstandsland“, fasst Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung in Stuttgart und Sprecher der bundesweiten Initiative Pro-Pflegereform, kurz zusammen. „Die neue Bundesregierung muss deshalb eine grundlegende Strukturreform durchsetzen, damit Pflege einfacher und für alle bezahlbar wird. Nur so kann sie die Lage von Pflegenden und Pflegebedürftigen wirklich verbessern.“ Beim Kongress auf der PFLEGE PLUS hält Schneider einen Vortrag mit dem Titel „Paradigmenwechsel in der Pflege durch Pflegeteilkasko und Abbau der Sektorengrenzen“. Kongress und Messe seien „eine gute öffentliche Plattform, der Politik einen Reformweg aufzuzeigen: Das Reformkonzept der Initiative Pro-Pflegereform bietet einen echten Systemwechsel, der die starren Strukturen aufbricht und einfacher macht, der innovative Pflegearrangements befördert und Pflege gerechter und für alle bezahlbar macht.“

Programmpunkte: PFLEGE PLUS Forum und Workshopraum PFLEGEaktiv
Der Fachkongress wird ergänzt durch 35 weitere Veranstaltungen: Renommierte Impulsgeber und hochkarätige Referenten referieren im PFLEGE PLUS Forum. Vertreter aus Praxis, Politik, Wirtschaft, Verbänden und Medien diskutieren hier aktuelle Top-Themen der Branche. Die Eröffnungsrede halten wird Manfred Lucha, Minister für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg. Daran an schließt eine Keynote von Prof. Dr. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, einem der bekanntesten Altersforscher Deutschlands.

Im Workshopraum PFLEGEaktiv gilt es interaktiv und praxisnah aktuelle Trends und Themen zu entdecken. Eines der Highlightthemen des diesjährigen Workshopraum sind die vielversprechenden Praktiken der Kinaesthetics.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt: 81. Deutscher Fürsorgetag
Parallel zur PFLEGE PLUS findet im ICS Internationalen Congresscenter der 81. Deutsche Fürsorgetag statt, der in diesem Jahr unter dem Motto „Zusammenhalt stärken – Vielfalt gestalten“ steht. Die Symposien und Fachvorträge werfen unter den Aspekten der Sozialpolitik, des Sozialrechts und der Sozialen Arbeit einen Blick in die Zukunft des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Details zu Kongressprogramm, Fortbildungspunkten und Online-Anmeldung unter: www.pflegeplus-messe.de/kongress sowie www.deutscher-fuersorgetag.de

Informationen, Texte und Pressefotos zur PFLEGE PLUS unter www.messe-stuttgart.de/pflege

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