Elektromobilität – ein Potenzial für Sozialdienste

05.04.2018

Kein Lärm, keine Abgase, besseres Image: Elektromobilität in der ambulanten Pflege ist ein Thema auf der PFLEGE PLUS 2018 in Stuttgart

Dieselskandal, Feinstaubdiskussion, Fahrverbote – deutsche Städte ersticken am Verkehr. Die nachhaltige Lösung dieses über viele Jahrzehnte gewachsenen Problems erfordert ein grundlegend neues Mobilitätsdenken. Ein von der Landesregierung gefördertes Projekt liefert nun vielversprechende Ergebnisse zur Elektrifizierung von Sozialdiensten. E-Mobilität ist daher auch ein wichtiges Thema auf der diesjährigen PFLEGE PLUS (15. bis 17. Mai) – immerhin sind rund 30 Prozent der Besucher in ambulanten Diensten tätig.

Es klingt ehrgeizig: Ziel von „E-MO ge FLOTT in BaWü“ sei die „Ermittlung der Potenziale zur flächendeckenden Elektrifizierung ausgewählter gewerblicher Flotten und Analyse der erforderlichen Rahmenbedingungen zur Umsetzung in Baden-Württemberg“, heißt es auf einer Projekt-Website des Verkehrsministeriums. Die Resultate stimmen durchaus optimistisch: Insbesondere hätten sich „die Sozialdienste herauskristallisiert“, sagt Maike Schmidt vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), das die umfassende Studie gemeinsam mit dem Partner EMOBILITY EXPERTS durchgeführt hat. Auf der PFLEGE PLUS hält Schmidt einen Vortrag zum Thema „Elektromobilität für Sozialdienste“. Daneben bieten Experten umfassende Beratung zu Elektrofahrzeugen während der gesamten Messelaufzeit an und E-Mobile werden gezeigt und können Probe gefahren werden.

Niedrige Betriebskosten
Für Pflegedienste sei das E-Mobil geradezu ideal, meint Schmidt, lägen die Vorteile doch auf der Hand: „Ein E-Mobil ist leise, es stinkt nicht, und man kann oft halten, da dem Elektromotor ein Kaltstart egal ist. Erfahrungsberichte zeigen, dass die Mitarbeiter auch im Winter gern elektrisch fahren, denn durch ihre Sitzheizung werden die Wagen schneller warm als ein Benziner.“ Unterm Strich spricht auch die Kostenrechnung für den „Stromer“: E-Modelle fahren im reinen Energieverbrauch wesentlich günstiger als ihre herkömmlich motorisierten Vettern, bei Wartung und Verschleiß haben sie langfristig die Nase vorn. Die höheren Anschaffungskosten lassen sich teilweise durch Zuschüsse auffangen.

Pluspunkt Zeitgewinn
Elektro-Skeptiker führen geringe Reichweiten, lange Ladezeiten und eine ungenügende Infrastruktur ins Feld. Diese Argumente will Schmidt bei Sozialdiensten jedoch nicht gelten lassen: „Sozialdienste haben einen festen Einsatzbereich mit einem Radius, der meist unter hundert Kilometern liegt; Strecken und Zeiten sind in der Regel vorgegeben.“ Für den Ausbau des öffentlichen Ladenetzes gebe es „vielfältige Lösungsansätze“. Zudem könne ein Pflege-Mobil ohnehin über Nacht im Unternehmensfuhrpark oder auch bei einem Mitarbeiter daheim aufgeladen werden. Grundsätzlich genüge eine Haushaltssteckdose. Ein wichtiger Pluspunkt: „Die Mitarbeiter müssen keine Tankfahrten während der Arbeitszeit unternehmen. Gerade im ländlichen Raum liegt die nächste Tankstelle bisweilen einige Kilometer entfernt, sodass hier noch viel wertvolle Zeit vertan wird.“

„Positiver Marketing-Effekt“
Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor bei der Umstellung auf eine E-Flotte sei, „dass diese Autos – im Gegensatz zum Privatfahrzeug – nicht mehrere Einsatzbereiche wie Besorgungs- oder Urlaubsfahrten abdecken müssen“, erklärt Schmidt. „Sie sind auch nicht mit Emotionen besetzt. Umgekehrt ist es so, dass E-Mobilität bei Kunden oder Patienten sehr gut ankommt, da sie einen Pioniergeist vermittelt. Das ist ein positiver Marketing-Effekt. Die Umstellung auf E-Fahrzeuge ist technisch schon heute problemlos zu realisieren. Sie ist nur noch eine Frage der richtigen Organisation.“

 

Die Termine:
Vortrag von Maike Schmidt, Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), zum Thema „Elektromobilität für Sozialdienste“: Mittwoch, 16. Mai 2018, 15.30 bis 16.00 Uhr auf dem PFLEGE PLUS Forum in Halle 4.

Vortrag von Mona Mühlbäck, Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, zur „Elektromobilitätsförderung des Landes Baden-Württemberg“: Dienstag, 15. Mai 2018, 12.30 bis 13.15 Uhr im Workshopraum PFLEGEaktiv.



www.witmo-bw.de/projektfoerderung/e-mo-ge-flott
www.elektromobilitaet-bw.de
www.zsw-bw.de
www.emobilityexperts.com

Informationen, Texte und Pressefotos zur PFLEGE PLUS unter: www.messe-stuttgart.de/pflege

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