09.01.2020 - 13:00

Mit Elan ins neue Jahrzehnt

Messe Stuttgart erwartet umsatzstärkstes Jahr der Unternehmensgeschichte / Erweiterung des Portfolios mit mehreren Veranstaltungen

Mit guten Ausgangsbedingungen startet die Messe Stuttgart in das neue Jahrzehnt: Rund 125 Millionen Euro erwirtschaftete die Landesmesse Stuttgart GmbH in 2019, einem ungeraden Jahr, in dem turnusgemäß einige große internationale Fachmessen aussetzen. Zum erfolgreichen Veranstaltungsgeschäft konnten insbesondere die positive Entwicklung bei den eigenen Veranstaltungen, aber auch die wachsende Beliebtheit des Standorts Stuttgart für Gastmessen und Kongresse beitragen. Die beiden Geschäftsführer Ulrich Kromer und Roland Bleinroth prognostizieren für 2020 ein Rekordergebnis.

„Soweit es keine größeren konjunkturellen Einbrüche geben sollte, wird 2020 das beste Jahr der Unternehmensgeschichte werden“, gab Ulrich Kromer heute (9. Januar 2020) im Rahmen der Bilanzpressekonferenz zum Jahresauftakt bekannt. Das Unternehmen rechnet im neuen Messejahr mit rund 185 Millionen Euro Umsatz und mit rund 34 Millionen Euro Ergebnis vor Pacht und Steuer. Zudem werden etwa 24.000 Aussteller und mehr als 1,36 Millionen Besucher erwartet.

Im Messekalender 2020 reiht sich dabei ein Stuttgarter Messe-Flaggschiff an das nächste: Die alle drei Jahre stattfindende didacta (24. bis 28. März) steht ebenso auf dem Programm wie die INTERGASTRA (15. bis 19. Februar) und die AMB (15. bis 19. September). Die beiden zuletzt genannten Fachmessen werden ebenso wie die CMT (11. bis 19. Januar) das gesamte Messegelände belegen. Beim Publikumsliebling CMT wird die Fläche sogar erweitert. „Erstmalig verlagern wir bei der CMT Ausstellungsinhalte in ein Außenzelt, um die Ausstellungsfläche zu vergrößern und den Besuchern noch mehr Angebote zu liefern“, erklärte Roland Bleinroth.

Die Messe-Geschäftsführung gab auch einen Überblick über die vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2019. Insgesamt 22.091 Aussteller präsentierten im vergangenen Jahr ihr Angebot in Europas modernstem Messezentrum. 58 Messen fanden in Stuttgart statt – davon 34 Eigenveranstaltungen und 24 Gastmessen. 1.167.000 Besucher waren in den Messehallen und im ICS Internationales Congresscenter Stuttgart zu Gast. Mit einem Hallenumschlagfaktor von 13,0 war die Messe Stuttgart 2019 abermals sehr gut ausgelastet. 

Bleinroth freute sich besonders über die Erfolge der Internationalisierungs-
strategie des Unternehmens: „Der Trend der wachsenden Auslandsanteile bei Ausstellern und Besuchern hat sich fortgesetzt. Mehr als ein Viertel unserer Aussteller und fast zehn Prozent der Besucher kommen mittlerweile aus dem Ausland nach Stuttgart. Unser Engagement in 56 Ländern zahlt sich aus.“

Da turnusbedingt große Eigenveranstaltungen 2019 aussetzten, blieb mehr Raum für Gastmessen. So feierten mit The Battery Show Europe, der FOAM Expo Europe und der Beauty-Convention GLOW gleich drei Gastmessen 2019 auf dem Stuttgarter Messegelände Premiere. Für großen Besucherandrang sorgte darüber hinaus die INTERGEO, Fachmesse und Konferenz für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement. Mit insgesamt 99 Veranstaltungen – Messen, Events und Kongresse – belegten die Gastveranstaltungen 2019 erstmals mehr Fläche auf dem Stuttgarter Messegelände als die Eigenveranstaltungen.

Einmal mehr behauptete sich die Messe Stuttgart 2019 als Innovationsführerin unter den deutschen Messegesellschaften. Im Mai fand erstmals die T4M, die neue Plattform für Medizintechnik, erfolgreich statt. Wenig später folgte im Oktober der Neuling In.Stand, die neue Messe für Instandhaltung und Services. Damit hat die Messe Stuttgart 2019 ihr starkes Profil bei den Industrie- und Technologiemessen weiter geschärft und gleich zwei neue Themen platziert. Auch im Bereich der Publikumsmessen gab es mit der Dance World, im Frühjahr und dem „Morgenmacher Festival“ im Herbst neue Formate, die großen Zulauf erfuhren. 

Innovationen soweit das Auge reicht

Auch 2020 verspricht der Messekalender viel Neues in den B2B- und B2C- Geschäftsbereichen: Im Bereich Industrie & Technik findet erstmals der Messeverbund Expo 4.0 (30. Januar bis 1.Februar) in kompletter Eigenregie statt. Die Fachmessen WETEC und GiveADays wurden in der Vergangenheit bereits als Gastveranstaltungen auf dem Messegelände durchgeführt. 

Für frischen Wind sorgt abermals der Bereich Lifestyle & Freizeit. Und das gleich mehrfach: Im Frühjahr erweitert der Bereich sein Portfolio um die BRAWO. Die Blasorchestermesse findet vom 7. bis 8. März statt und verspricht die ganze Vielfalt der Blasmusik in die schwäbische Landeshauptstadt zu bringen. Während der Frühjahrsmessen finden zum ersten Mal die Reitsportmesse und das DesignFest (17. bis 19. April) statt. Im Rahmen der GARTEN feiert der Themenbereich rund um Imker, die Bienale, ihre Premiere. 

Ein besonderes Highlight erwartet die Messe Stuttgart im Bereich Wirtschaft & Bildung: Der größte und älteste Teamwettbewerb der Welt, die IKA/Olympiade der Köche, findet erstmals in Stuttgart, im Rahmen der INTERGASTRA, statt (14. bis 19. Februar). Über 2.000 Köche aus über 70 Nationen kochen in vier Tagen rund 8.000 Menüs, die zum Verzehr verkauft werden. Darüber hinaus überträgt der Bereich 2020 das Konzept CHEF-SACHE von Düsseldorf nach Wien. Das Gastronomie-Symposium findet erstmals vom 8. bis 9 Juni als CHEF-SACHE Wien in der österreichischen Hauptstadt statt, parallel und ergänzend zum Internationalen Weinfestival VieVinum.

Mit einer Ausstellungsfläche von über 67.000 Quadratmetern erwartet der Bereich Gastveranstaltungen mit der nur alle vier Jahre in Stuttgart stattfindenden DACH+HOLZ rund 65.000 Besucher in vier Tagen. Ein besonderer Akquiseerfolg des Bereichs in 2019 war die opti – Internationale Messe für Optik & Design. Diese wird ab 2021 künftig alle zwei Jahre im Wechsel mit der Messe München stattfinden und schätzungsweise rund 28.000 Besucher auf das Stuttgarter Messegelände bringen.

Thailand neuer Standort

Mit neun Veranstaltungen in der Türkei, China und den USA mit zusammen 1.619 Ausstellern und 180.000 Besuchern – damit setzte die Messe Stuttgart im Jahr 2019 die positiven Entwicklungen des Vorjahres fort. 2020 wird es auch im Ausland Neuerungen geben: Die Messe Stuttgart und die EUROEXPO, führender Veranstalter von Intralogistik-Messen, gehen künftig gemeinsame Wege im Ausland. Die gemeinsame Gesellschaft Logistics Exhibition GmbH veranstaltet neben der LogiMAT China ab 2020 auch die LogiMAT Thailand (13. bis 15. Mai, Bangkok). Hierzu wurde die bestehende thailändische Logistikmesse, Intelligent Warehouse, übernommen und integriert.

China wird als Quellmarkt für Aussteller und Besucher für die Fachmessen in Stuttgart immer wichtiger. Daher verstärkt die Messe Stuttgart ihre Aktivitäten auch in China. Die Innovation Fair und die Education+, die beide 2019 großen Zuspruch erfuhren, werden weiterentwickelt. Die chinesische Tochtergesellschaft der Messe Stuttgart wird Mit-Organisator und hält eine Beteiligung an der neuen Hightechmesse AMTECH (Advanced Manufacturing Technology) im Silicon Valleys Chinas, der Hightech- und Boomstadt Shenzhen (13. bis 16. Oktober).

Masterplan: Die nächsten Schritte

Auf der bisherigen erfolgreichen Entwicklung will sich die Messe Stuttgart nicht ausruhen, sondern für die Zukunft auch weiter in ihre Infrastruktur investieren. Hierzu wurde ein Masterplan entwickelt, der aufzeigt, was auf dem Gelände grundsätzlich möglich ist. Die Gesellschafter der Messe haben grünes Licht für diese Planung gegeben. „Bei allen Bauprojektplanungen müssen wir immer die Gesamtzusammenhänge im Gelände beachten. Die Fläche ist insgesamt begrenzt und die Funktionalität muss gewährleistet bleiben“, erklärte Ulrich Kromer.

Bedarf gibt es an unterschiedlichen Stellen: Neue Parkplätze müssen gebaut werden, Dienstleister benötigen mehr Fläche (Lager und Büro), die Feuerwehr ein neues Zuhause, die Verkehrssituation auf der L 1192 (u.a. Einfahrt Tor 1) ist noch optimierungsfähig. Für diesen Bedarf wurden Lösungen gefunden, die in verschiedenen Phasen angegangen werden sollen. In die Höhensprünge des Geländes im Norden werden Service-Gebäude errichtet, mit Flächen für Dienstleister, Logistik und Feuerwehr. Auch Büros sind in den oberen Etagen geplant. Ein Parkhaus P40 soll in Spindelbauweise „hinter“ dem Bosch-Parkhaus gebaut werden, ein Parkhaus P 1 „überdeckelt“ die S-Bahn-Trasse. 1.500 zusätzliche Parkplätze könnten so entstehen. Weiter soll die L1192 auf fünf Spuren (heute drei) verbreitert werden. Moderne Verkehrsleitsysteme werden auf der A8 installiert und die Auffahrtsrampe von der A8 zum Tor 1 soll ebenfalls um eine Spur verbreitert werden.

 

 

Wechsel in der Geschäftsführung

Nach 19 Jahren Messe Stuttgart geht Ulrich Kromer Ende Januar in den Ruhestand. Roland Bleinroth übernimmt die Rolle des Sprechers der Geschäftsführung und Stefan Lohnert tritt in die Geschäftsführung ein. 

Ulrich Kromer kam 2001 von der Messe Leipzig nach Stuttgart und konnte im Laufe seiner Amtszeit den Umsatz der Messe Stuttgart in den geraden, messestarken Jahren im Vergleich zum alten Standort Killesberg nahezu verdreifachen. Das gesteckte Zehnjahresziel wurde bereits im Jahr 2010, gut zwei Jahre nach dem Umzug, übererfüllt. Wichtige Eigenmessen wie die AMB, R+T, CMT und Intergastra konnten sich auf dem neuen Gelände erstmals richtig entfalten und ihre Größe mehr als verdoppeln.  Die Messe Stuttgart wurde aber auch durch erfolgreiche Akquisitionen beziehungsweise der Entwicklung neuer großer Messen und Kongresse, wie beispielsweise der LogiMAT, Fastener Fair, LASYS, dem Schall-Portfolio (insbesondere Control, Motek und Blechexpo), Moulding Expo, Castforge, T4M, In.Stand, IKA/Olympiade der Köche, GELATISSIMO oder der DACH + HOLZ zur wachstumsstärksten Messegesellschaft in Deutschland. Auslandsmessen, wie die R+T Asia, trugen ebenfalls dazu bei.

Roland Bleinroth ist seit dem Jahr 2006 Geschäftsführer der Messe Stuttgart. Neben seiner Verantwortung für das Gesamtunternehmen sind ihm unter anderem die Geschäftsbereiche Lifestyle & Freizeit, Unternehmensentwicklung und das Auslandsgeschäft zugeordnet. 26 Prozent der über 22.000 Aussteller und fast zehn Prozent der knapp 1,2 Millionen Besucher, die 2019 die Messe Stuttgart besucht haben, kamen aus dem Ausland. Davon profitiert die gesamte Region mittels der sogenannten „Umwegrentabilität“, in erster Linie die Hotellerie, das Gastgewerbe und der Einzelhandel. Kultur- und Freizeitangebote werden bei Businesstrips ebenfalls gerne in Anspruch genommen. Die Messe Stuttgart organisiert über ihre ausländischen Tochtergesellschaften diverse „Ableger“ der erfolgreichen Stuttgarter Muttermessen im Ausland und betreut außerdem weltweit rund 30 offizielle deutsche Gemeinschaftsbeteiligungen auf internationalen Leitmessen. Derzeit sind unter Bleinroths Ägide drei Tochtergesellschaften der Messe Stuttgart in China, der Türkei und den USA entstanden. Ergänzend dazu sind 16 Auslandsvertretungen und zahlreiche Vertriebspartner sowie Infobüros in 56 Ländern für die Kunden der Messe Stuttgart vor Ort präsent. 

Stefan Lohnert ist seit September 2006 Bereichsleiter Gastveranstaltungen und ICS, Internationales Congresscenter Stuttgart, und erhielt 2010 Gesamtprokura. Mit Gastmessen, renommierten Kongressen, Events und Unternehmens-
veranstaltungen generierte Lohnert gemeinsam mit seinem Team bis zuletzt je nach Geschäftsjahr zwischen 30 und 40 Prozent des Umsatzes der Messe Stuttgart. Mit seinem Geschäftsführerkollegen Bleinroth wird Lohnert ab Februar die neue Doppelspitze der Messegesellschaft bilden. 

 

 

 

Über die Messe Stuttgart

Die Messe Stuttgart gehört mit fast 180 Millionen Euro Umsatz und 34 Millionen Euro Ergebnis in den starken geraden Geschäftsjahren zu den führenden deutschen Messegesellschaften. Jährlich präsentieren sich mehr als 23.500 Aussteller auf einer Hallenfläche von 120.000 Quadratmeter, auf 40.000 Quadratmeter Freifläche und in rund 33 flexibel nutzbaren Räumen im angeschlossenen ICS den bis zu 1,36 Millionen Besuchern. Seit der Eröffnung des neuen Messegeländes im Oktober 2007 verpflichtet sich die Messe Stuttgart mit dem „Green Statement“ zu nachhaltigem Engagement mit schonendem Einsatz von Ressourcen und umweltgerechtem Verhalten. Anfang November 2012 hat sich die Messe Stuttgart dem vom Europäischen Verband der Veranstaltungs-Centren e.V. und German Convention Bureau ins Leben gerufene Branchenkodex „fairpflichtet“ angeschlossen. Er bietet den Unterstützern praktische Orientierung, um ihrer unternehmerischen Verantwortung für Nachhaltigkeit bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen gerecht werden zu können. 

 

 

 

 

 

 

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