Inspiration durch die Rhätische Bahn und reichlich „Schöggeli“

22.08.2017 - 11:15

zum 12.Mal treffen sich europäische N-Clubs zu einer Convention im Rahmen der diesjährigen „Modell + Technik“. Eines der Highlights wird die Nm-Anlage sein, die von Teilnehmern aus sieben Ländern gestaltet wird. Yves Gärtner, Spezialist für Nm-Modelle nach Schweizer Vorbildern, äußert sich dazu im Gespräch mit Axel Recht.

Zum 12. Mal treffen sich europäische N-Clubs zu einer Convention im Rahmen der diesjährigen „Modell + Technik“ (23. – 26. November). In diesem Jahr werden 20 Vereine aus zehn Ländern plus eine private Anlage erwartet. Eines der Highlights wird die Nm-Anlage sein, die von Teilnehmern aus sieben Ländern gestaltet wird. Yves Gärtner, Spezialist für Nm-Modelle nach Schweizer Vorbildern, äußert sich dazu im Gespräch mit Axel Recht.

Herr Gärtner, was hat es mit der Spurbreite Nm auf sich?
Gärtner: Wie alle anderen Teilnehmer der N Scale Convention fahren wir mit Modellbahnen im Maßstab 1:160. Nur fahren wir nicht Spur N wie die anderen, sondern „Nm“. Das „m“ steht dabei für „Meterspur“, also Schmalspur. Das bedeutet, dass die Schienen, auf denen wir fahren, nicht wie üblich einen Abstand von 9 Millimeter haben, sondern nur 6,5 Millimeter. Nur wenige Modellbahner fahren „Nm“, und die Modelle sind nicht selten sündhaft teure Kleinserienmodelle oder Eigenbauten. Auf der Modell + Technik werden umgespurte und teilweise veränderte Großserienmodelle, Eigenbauten, im 3D-Druckverfahren hergestellte Modelle und ein paar Kleinserienmodelle zu sehen sein.

Was bedeutet dies für den organisatorischen Aspekt?
Gärtner: Weil die Spur Nm so selten ist, sind wir darauf angewiesen, dass wir Teilnehmer möglichst aus ganz Europa dabei haben. Wir sind lose organisiert, teilweise über ein Forum im Internet, teilweise über E-Mails. Dieses Mal haben sich Nm-Liebhaber aus sieben Ländern für die Teilnahme angemeldet. Vertreten sind Deutschland, Frankreich, Italien, England, Spanien, Belgien und die Schweiz.

Wie läuft es mit der Verständigung?
Gärtner: Wir kommunizieren in verschiedenen Sprachen miteinander, auf Englisch, Deutsch, Französisch, etwas Spanisch und Italienisch, wobei Englisch die Hauptsprache ist.

Wie kann man sich die Planung der Anlage vorstellen?
Gärtner: Es gibt eine klassische einspurige Modulanlage auf sieben mal zwölf Meter Fläche aus verschiedenen Teilen, die über genormte Enden beliebig kombiniert werden können. Speziell ist aber, dass wir vier solcher Normen in einer Anlage vereinen: Eine „Europäische“ Norm, eine Schweizer Norm, eine Belgische und eine Französische. Die Übergänge zwischen den Normen werden mit Adaptern oder Schraubzwingen gemacht. Bei der Planung der Anlage müssen die unterschiedlichen Normen möglichst passend kombiniert werden. Dieses Jahr ist es gelungen, eine durchgehende Landschaft, also ohne Geländebrüche an den Modulübergängen, zu entwerfen.

Was sind die Highlights der Anlage?
Gärtner: Der Betriebsmittelpunkt der Anlage wird der Bahnhof Sankt Peider sein, der vom Bahnhof Filisur und der Rhätischen Bahn in der Schweiz inspiriert ist. Ein weiteres Highlight ist der Bahnhof Wilderswil von AB-Modell, ein absolut sehenswerter Bahnhof nach dem Vorbild im Berner Oberland. Ein spezieller Hingucker ist die betriebsfähige Zahnradbahn auf die Schynige Platte auf 4.5 Millimeter Spurweite. Ebenfalls interessant sind der Bahnhof Saint Légier Gare, der wie sein Vorbild in der Westschweiz dreieckig aufgebaut wird und das Modul mit einer belgischen Überland-Straßenbahn. Wer sich für gestaltete Landschaften interessiert, wird an der sich schlängelnden Strecke der Fichtelbergbahn seine Freude haben. Es werden aber auch viele Module zu ersten Mal dabei sein, auf die ich – wie die Besucher hoffentlich auch – sehr gespannt bin.

Können Sie etwas zum Aufbau der Anlage erzählen?
Gärtner: Der Aufbau wird einige Herausforderungen mit sich bringen. Schon, dass alle Module überhaupt ankommen und zur rechten Zeit bereit sind, wird nicht einfach, da die meisten Teilnehmenden individuell anreisen und sich große zeitliche Unterscheide ergeben können. Dann sind die Übergänge zwischen den unterschiedlichen Normen heikel, da auch die Verkabelung und die Stecker und Buchsen nicht einheitlich sind. Nicht zuletzt ist wegen der geringen Spurweite wichtig, dass die gesamte Anlage besonders präzise aufgebaut wird, da sonst die Züge entgleisen. Und das alles muss in vier Sprachen koordiniert werden.

Wie kann man sich den Betrieb auf der Messe vorstellen?
Gärtner: Die ganze Anlage wird analog, also ohne Computer-Technologie gesteuert. Da die Strecken einspurig sind, müssen sich die Bahnhofsvorstände an beiden Enden eines Streckenabschnitts absprechen, wer wann wem einen Zug schickt. Damit dies nicht durch permanentes Zurufen geschehen muss, arbeiten wir an einer elektronischen Lösung mit Zugsankündigung durch einen Läutewerk-Sound.

Das hört sich nach richtig viel Arbeit an. Wie sieht es mit der Freude am Hobby aus?
Gärtner: Wir werden einen riesen Spaß haben! Ein Teil eines solchen Abenteuers sein zu dürfen, ist einfach super. Mich persönlich motivieren die Herausforderungen in der Organisation zusätzlich. Ich freue mich auch auf die europäische Freundschaft zwischen den Modellbahnern sowie auf die sprachliche und kulturelle Vielfalt. Ich werde meine Sprachkenntnisse in Deutsch, Französisch, Englisch und Italienisch einbringen - und natürlich einen ordentlichen Vorrat an Schweizer „Schöggeli“.

 

Der Stuttgarter Messeherbst auf einen Blick:

Der Stuttgarter Messeherbst hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintrittskarten kosten inklusive VVS-Kombiticket 13 Euro, ermäßigt 11 Euro (online unter www.messe-stuttgart.de/vorverkauf günstiger). Die Karten berechtigen zum Besuch aller an diesem Tag parallel stattfindenden Messen. Kombitickets für die bequeme Anreise zum Stuttgarter Messeherbst sind bei den Easy-Ticket-Vorverkaufsstellen, den Toto-Lotto-Verkaufsstellen im VVS-Gebiet, an den SSB-Automaten und -Verkaufsstellen sowie an den Fahrkartenschaltern der Deutschen Bahn erhältlich.  

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