Praktische Medizin im Fokus

16.01.2018

Fester „Baustein“ der MEDIZIN: 53. Ärztekongress der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg mit interdisziplinärem Angebot

Seit der Erstveranstaltung als „Killesberg-Kongreß mit Begleitausstellung“ im Jahre 1964 hat sich der Ärztekongress der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg zur wichtigsten Fach- und Fortbildungsveranstaltung in Süddeutschland entwickelt – und ist seit 1983 fester Bestandteil der MEDIZIN. Damals wie heute steht die praktische Medizin des frei praktizierenden Arztes im Mittelpunkt: Vom 26. bis 28. Januar bietet das breitgefächerte, interdisziplinäre Kongressangebot mit rund 80 Seminaren und über 200 Referenten reichlich Gelegenheit zu Gedankenaustausch und Erweiterung der eigenen Kenntnisse. So können insgesamt bis zu 22 Fortbildungspunkte erworben werden. Inhaltliche Schnittmengen mit der TheraPro sind Teil des Messekonzepts, dessen Ziel eine stärkere Vernetzung innerhalb des Gesundheitswesens ist.

„Dauerbrenner“ Diabetes
Neben „klassischen“ Themen wie Rückenschmerzen oder Suchtkrankheiten werden auch brandaktuelle Fragen angepackt, etwa der Umgang mit Patienten aus anderen Kulturen oder die heftig umstrittene Selbstdiagnose via Internet. Ein wahrer Dauerbrenner für Mediziner wie Therapeuten ist Diabetes: Die von vielen bereits als „Volkskrankheit Nummer eins“ bezeichnete Stoffwechselerkrankung ist weiter auf dem Vormarsch. Allein in Deutschland leiden Schätzungen zufolge über sieben Millionen Menschen an einem Diabetes mellitus. Besonders besorgniserregend ist, dass die Patienten immer jünger werden: Als Folge von Bewegungsmangel und schlechter Ernährung nimmt inzwischen auch unter Kindern der eigentlich als „Altersdiabetes“ bekannte, häufigere Typ-2-Diabetes zu.

Für die Betroffenen bedeutet Diabetes eine Minderung von Lebensqualität und Lebenserwartung. Neben Herz-Kreislauf-Problemen, Nierenfunktionsstörungen oder Erblindung ist der „diabetische Fuß“ eine typische Folge der Erkrankung. Mangelnde Durchblutung führt zum Absterben von Nerven; der Patient spürt Verletzungen nicht, die Heilung wird beeinträchtigt. Im schlimmsten Fall droht eine Amputation. Zur Behandlung des komplexen Krankheitsbildes bedarf es eines multidisziplinären Expertenteams aus unterschiedlichsten Fachgebieten.

Multidisziplinäre Therapie
„Orthopäde, Fußchirurg, Diabetologe und Gefäßchirurg sehen den diabetischen Fuß aus unterschiedlichen Blickwinkeln und sollten sich daher im Netzwerk interdisziplinär austauschen“, erklärt Dr. med. Dr. h.c. Michael Gabel, Chefarzt Fußzentrum Stuttgart mit technischer Orthopädie und Rheumaorthopädie in der Sana Klinik Bethesda Stuttgart, der beim Ärztekongress ein Seminar mit dem Titel „Der diabetische Fuß – interdisziplinär“ hält. „In der Zusammenarbeit kann zum Beispiel der Podologe, der den Patienten zur Behandlung des Fußes meist häufiger sieht, den orthopädischen Schuhmacher oder auch den Arzt informieren, wenn ihm etwas auffällt. In meinem Seminar kommen deshalb neben Medizinern auch ein Orthopädie-Schuhmacher und ein Podologe als Referenten zu Wort. Zwischenfragen sind im Sinne des Dialogs erwünscht – etwa zu Fragen der korrekten Verordnung von Hilfsmitteln für den Patienten.“

Erfolge im Team
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit funktioniere in der Praxis „sehr gut, vor allem im persönlichen Austausch zwischen allen Beteiligten“, berichtet Gabel. Ein digitaler Zugriff auf die Patientendaten entlang der gesamten Behandlungskette sei allerdings noch Zukunftsmusik. „Wenn die Patientenkarte käme, wäre das jedoch heute schon möglich.“ Die umständliche Arbeit mit  Ausdrucken, Telefonaten und selbst gebrannten CDs lohnt sich dennoch: „Wunder gibt es keine, aber im Team können Erfolge bei der Behandlung der entzündeten diabetischen Füße erzielt werden, die man sonst nicht hat.“ So ließen sich etwa Zahl und Schwere von Amputationen senken.

Detailliertes Programm und Anmeldung unter: www.medizin-stuttgart.de/programm

Kongressprogramm und Anmeldung unter: www.aerztekongress-stuttgart.de

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