„Nachhaltiges Gesundheitswesen“

Der Klimawandel ist eine existenzielle Bedrohung und eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Unser Gesundheitssystem wird davon in doppelter Hinsicht herausgefordert: Ein nicht unwesentlicher Anteil der Emissionen entsteht im Gesundheitssektor, während gleichzeitig die Folgen des Klimawandels immer deutlicher werden und schon heute im Behandlungsalltag angekommen sind.

  • Was aber bedeutet das für die institutionelle Organisation unseres Gesundheitswesens?
  • Wie kann unser Gesundheitswesen nachhaltig(er) ausgerichtet werden?
  • Und wie soll eine grüne Transformation nachhaltig finanziert werden?

Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt des 7. Landeskongress Gesundheit Baden-Württemberg am 28. Januar 2022. Hier kommen EntscheiderInnen und VerantwortungsträgerInnen aus Ärzteschaft, Verbänden und Krankenkassen sowie politische VertreterInnen zusammen.

 

Der Landeskongress Gesundheit findet 2022 als Online-Veranstaltung statt.

Hauptreferenten

 

Dr. med. Eckart von Hirschhausen ist Deutschlands wohl bekanntester Arzt, Wissenschaftsjournalist und einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren. Zu seinem Markenzeichen gehört die Verbindung von medizinischen Inhalten mit Humor und nachhaltigen Botschaften. Er engagiert sich für eine medizinisch und wissenschaftlich fundierte Klimapolitik, ist Mitglied der „Allianz Klimawandel und Gesundheit“, Unterzeichner von "Scientists for Future" und Gründer von "Doctors for Future".

Mit seiner Stiftung „Gesunde Erde – Gesunde Menschen“ will er dazu beitragen, das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Klima- und Umweltschutzmaßnahmen für die eigene Gesundheit noch stärker in der Gesellschaft zu verankern.

 

Prof. Dr. Ingo Bode  ist Professor für Sozialpolitik mit Schwerpunkt gesellschaftliche und organisationale Grundlagen am Institut für Sozialwesen der Universität Kassel. Er gehört zu den profiliertesten Kennern der deutschen Sozial- und Gesundheitspolitik.

Vertieft widmete er sich in jüngerer Vergangenheit etwa der zunehmenden Ökonomisierung des Krankenhauswesens und den Strukturen und Reformen der Altenhilfe und Pflege im internationalen Vergleich. Mit Blick auf den Klimawandel diskutiert er die Herausforderungen an die institutionelle Organisation des Gesundheitswesens.

 

 

Weitere ReferentInnen und DiskutantInnen

Dr. med. Alina Herrmann ist Ärztin und Wissenschaftlerin am Universitätsklinikum Heidelberg mit einem besonderen Interesse für die Rolle der Angehörigen der Gesundheitsberufe im Spannungsfeld von Klimawandel und Gesundheit. Sie war an der Entwicklung praktikabler Leitlinien für Aktionspläne zum Schutz der Gesundheit bei Hitze in Deutschland beteiligt und aufgrund ihrer Expertise im Bereich Hitzegesundheit als Beraterin für das WHO-Regionalbüro Europa tätig.

 

Dr. Robert M. Beyer ist Wissenschaftler und Marie-Skłodowska-Curie-Forschungsstipendiat am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört unter Einsatz von künstlichen neuronalen Netzen die Vorhersage von Auswirkungen des Klimawandelns auf unterschiedliche Themen und Bereiche, etwa auf die Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Über seine Forschung wurde weltweit in Medien wie der New York Times, dem Guardian, Politico und Forbes berichtet.

Prof. Dr. Jan-Marc Hodek ist Professor für den Bereich "Finanzwirtschaft im Gesundheitswesen" an der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der betriebswirtschaftlichen Analyse von Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie den dahinterstehenden gesundheitspolitischen Entscheidungen. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit gesundheitsökonomischen Analysen des Krankenversicherungsmarktes und des stationären Sektors.

 

Prof. Dr. Simone Sommer leitet das Institut für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik an der Universität Ulm. Im Zuge ihres Forschungskonzepts „EcoHealth“ untersucht sie, wie die Gesundheit von Tieren, Umwelt und Menschen zusammenwirken. Dabei hat sie auch Zoonosen im Blick, also Infektionskrankheiten, die Tier und Mensch betreffen.

Programm | 28.01.2022

10:00 Uhr | Kongresseröffnung

Landrat Heiner Scheffold (Vorstandsvorsitzender der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft)

10:15 Uhr | Grußwort und Ausblick der Landesregierung

Manfred Lucha (Minister für Soziales, Gesundheit und Integration)

10:30 Uhr | Vortrag Dr. Eckart von Hirschhausen „Klimaschutz ist Gesundheitsschutz“

11:00 Uhr | Vortrag Prof. Dr. Ingo Bode „Den Klimawandel bewältigen: Herausforderungen an die institutionelle Organisation des Gesundheitswesens“

11:30 Uhr | Diskussionsrunde „Herausforderung Klimawandel: Welche nachhaltigen Lösungen braucht unser Gesundheitssystem?“

  • Dr. Eckart von Hirschhausen
  • Prof. Dr. Ingo Bode
  • Dr. Alina Herrmann
  • Prof. Dr. Jan-Marc Hodek

12:30 Uhr | Pause

13:30 Uhr | Vorträge und Diskussionsrunde „Corona, Zoonosen und Infektionskrankheiten – die Rolle des Menschen und des Klimawandels“, u.a. mit Prof. Dr. Simone Sommer und Dr. Robert M. Beyer

15:00 Uhr | Pause

15:30 Uhr | Präsentation innovativer Versorgungsprojekte aus dem Südwesten

  • Sektorübergreifende Telemedizinplattform 2025 in Baden-Württemberg
  • Aufbau von Modellregionen für Ärztliche Ausbildung
  • AMBIGOAL und AMBIGOAL-ANCOR
  • TEDIAS

16:30 Uhr | Kongressende 

Innovative Versorgungsprojekte

Astrid Probst, Wundmanagerin in den Kreiskliniken Reutlingen, und Timo Baumann, Leiter IT und Medizintechnik sowohl in Reutlingen als auch bei den RKH-Kliniken präsentieren das Projekt „Sektorübergreifende Telemedizinplattform 2025 in Baden-Württemberg“. In diesem sollen kleinere und größere Krankenhäuser, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Einrichtungen im Gesundheitswesen wie beispielsweise Reha-Kliniken sektorenübergreifend miteinander vernetzt werden.

Prof. Dr. med. Sabine C. Herpertz, Ärztliche Direktorin der Klinik für Allgemeine Psychiatrie am Universitätsklinikum Heidelberg, stellt das Projekt „Aufbau von Modellregionen für Ärztliche Ausbildung“ vor. Ziel des Projekts ist es, angehenden Ärztinnen und Ärzten bereits während der medizinischen Ausbildung das Tätigkeitsfeld der ländlichen Hausarztmedizin durch Einbeziehung der ländlichen Regionen und Implementierung innovativer und dezentraler Lehrformate nahe zu bringen und so deren Attraktivität hervorzuheben.

Die Projekte „AMBIGOAL“ und „AMBIGOAL-ANCOR“, präsentiert durch Prof. Dr. Joachim E. Fischer, Direktor des Mannheimer Instituts für Public Health, beschäftigen sich mit der Optimierung der ärztlichen Versorgung und Pflege im ländlichen Raum und der Untersuchung von Corona-Langzeitfolgen im Nordschwarzwald mit Hilfe digitaler Lösungsansätze.

Dr.-Ing. Jens Langejürgen, Abteilungsleiter des Fraunhofer IPA, wird über sein Projekt „TEDIAS“ berichten. In dem Projekt wird ein in die tägliche Routine einer Klinik eingebettetes Testzentrum für die Patientenaufnahme und die darauffolgende automatisierte Anamnese entwickelt.

Programmflyer