Preisverleihung zur Ernährungswende
Ursula Hudson Preis zur Ehrung beispielhaften Engagements nachhaltiger Ernährung
Bereits zum 6. Mal ehrt Slow Food Deutschland Menschen und ihre Projekte, die sich in herausragender Weise um die Ernährungswende verdient machen und als Vorbilder gelten. Der Preis ist nach Dr. Ursula Hudson benannt, der langjährigen, im Sommer 2020 verstorbenen Vorsitzenden von Slow Food Deutschland; er adressiert Einzelpersonen, Gruppen, Initiativen oder Projekte, die entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette, in der Ernährungspolitik oder -bildung engagiert sind. Damit soll die Aufklärung über eine zukunftsfähige Ernährung verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden.
Das Preisgeld zielt darauf ab, den innovativen Beitrag der PreisträgerInnen zu fördern und sie in ihrer Mission der Wissensvermittlung zu unterstützen. Sie setzen sich in herausragendem Maße für eine nachhaltige und gerechte Herangehensweise an die Erzeugung, Verarbeitung, Handel und Genuss von Lebensmitteln ein – sei es in der Theorie oder in der Praxis, durch kreative Ideen, Initiativen und Projekte.
Zur Preisverleihung sind folgende Unternehmen nominiert:
• Bliesgau Ölmühle GbR (Saarland): Seit 2007 widmet sich die Ölmühle mit eigenem Hof dem Anbau alter Kulturpflanzen wie Senf, Lein und Hülsenfrüchten sowie der handwerklichen Herstellung seltener Speiseöle, etwa Leindotter- und Walnussöl. Die Bliesgau Ölmühle steht für gelebte Biodiversität, regionale Wertschöpfung und die enge Verbindung von Landwirtschaft, Kulturlandschaft und Gastronomie.
• Verein zum Erhalt und zur Rekultivierung von Nutzpflanzen (VERN e.V.) (Angermünde): Der Verein bewahrt alte Kulturpflanzensorten, indem er sie lebendig hält – im Anbau und im Wissen der Menschen. Durch die Weitergabe von Saatgut an Selbstversorger*innen und Betriebe sowie durch Bildungsarbeit sorgt VERN e.V. dafür, dass Vielfalt nicht im Archiv verschwindet, sondern als gemeinsames Erbe erhalten bleibt.
• Hof Sackern GbR (Ruhrgebiet): Der Demeter-Hof zeigt, wie nachhaltige Ernährung gemeinwohlorientiert gelebt werden kann. Hier entstehen Gemüse, Milch, Käse und Brot in handwerklicher Qualität – klimafreundlich und für viele Menschen erschwinglich. Mit kulturellen Projekten, Kindergarten und Hoffesten ist Hof Sackern auch ein Ort der Bildung und Begegnung.
• Rabelades Farm (Brandenburg): ein agrarökologisches Vorzeigeprojekt, das von schwarzen, queeren Menschen geführt wird. Es verbindet regenerative Landwirtschaft mit aktivem Widerstand gegen rassistische Ausgrenzung, die BIPoCs (Black, Indigenous and People of Colour) den Zugang zu ländlichen Räumen und Wissen erschwert. Als lebendiger Ort des Teilens, Lernens und der Vernetzung setzt die Farm ein starkes Zeichen für Vielfalt in der Landwirtschaft und einen solidarischen Zugang zu gesunden Lebensmitteln.