Saubere Schiffsrümpfe: Entwicklung einer schonenden Laserreinigung zur Anwendung unter Wasser

28.02.2020 - 11:30

Der marine Bewuchs auf Schiffsrümpfen ist ein erhebliches Problem für die Branche. Dieses sogenannte Biofouling erhöht den Strömungswiderstand und dadurch den Kraftstoffverbrauch und die ausgestoßenen Emissionen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will daher zusammen mit der Laserline GmbH und dem Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM ein laserbasiertes Reinigungsverfahren entwickeln.

Neben Schiffsrümpfen sind auch andere maritime technische Oberflächen, wie Gründungsstrukturen von Offshore-Windenergie, Gas- und Ölplattformen, Spundwände in Häfen, Gezeitenkraftwerke oder Aquakulturnetzkäfige vom Biofouling betroffen. Im Forschungsprojekt „FoulLas“ wollen die Projektpartner mit Laserstrahlung den Bewuchs nun oberflächen- und umweltschonend unter Wasser abtöten und entfernen. Dabei sollen die lackbasierten Antifouling- und Korrosionsschutzsysteme sowie die Materialschichten selbst nicht beschädigt werden.

Laser zerstört Bewuchs – Strömung reinigt Schiff

Die Forschungspartner entwickeln dazu einen Prozess, bei dem die Zellen so geschädigt werden, dass im Idealfall die Wasserströmung verbliebenes Material abwäscht. Im Vergleich zu mechanischen Reinigungsverfahren soll es so möglich sein, Schiffe effizienter und weitaus schonender zu reinigen und somit den Strömungswiderstand niedrig zu halten. Damit ließe sich der Treibstoffbedarf und letztlich der Emissionsausstoß erheblich reduzieren. Für realitätsnahe Untersuchungen erfolgt die Versuchsdurchführung im Südhafen der Insel Helgoland, wo das Fraunhofer IFAM einen Prüfstand für Bewuchstests betreibt. Während der mehrjährigen Projektlaufzeit können in dem Reallabor auch saisonale Einflüsse abgebildet werden.

https://www.lzh.de 
 

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