07.05.2020 - 14:04

rpm, MeKo und LZH spenden Schutzvisiere an Arztpraxen und Kliniken

Die rapid product manufacturing GmbH (rpm), MeKo Laserstrahl-Materialbearbeitungen e.K. (MeKo) und das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) fertigen zusammen 3D-gedruckte und lasergeschnittene Schutzvisiere und spendeten die ersten Exemplare an Arztpraxen und Kliniken.

Schutzausrüstungen sind in niedersächsischen Arztpraxen noch immer Mangelware. Die Anfrage von Kinderärzten aus dem Raum Hannover gab Dr. Jörg Gerken, technischer Geschäftsführer von rpm, einem Premium-Lieferanten und Entwicklungspartner im Bereich 3D-Druck, den Anstoß, aktiv zu werden: „Basierend auf den Druckdateien von Prusa Research können wir innerhalb einer Woche über 100 Plastikhalter für Schutzvisiere auf einer SLS-Maschine drucken. Wir brauchten nur noch jemanden, der uns die Kunststofffolie schneidet.“

Dr. Jörg Gerken griff dafür auf sein altes Netzwerk zurück: das LZH, aus dem rpm vor über 20 Jahren hervorging und MeKo, ein Laser-Materialbearbeiter für hochpräzise Komponenten und ebenfalls eine der ältesten Ausgründungen des LZH. Beide verfügen über das nötige Wissen, um die Plastikfolie automatisiert mit dem Laser zuzuschneiden.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann lobte die Zusammenarbeit von niedersächsischen KMU und dem Forschungsinstitut. Bei seinem Besuch im LZH sagte er: „Bei der Behandlung von Covid-19-Patienten müssen Ärzte und Pflegepersonal vor einer Ansteckung geschützt werden. Schutzmaterialien wie die im Laser Zentrum Hannover gefertigten Schutzvisiere helfen dabei und können Leben retten. Mit Hilfe der Lasertechnik lassen sich Schutzvisiere ohne lange Vorlaufzeit, flexibel – und vor allem vor Ort produzieren. Damit werden wir bei der Beschaffung lebensnotwendiger Sicherheits- und Schutzmaterialien unabhängiger von den Logistik- und Produktionsketten außerhalb Deutschlands und Europas. Vor allem aber können Kliniken und niedergelassene Ärzte durch die kurze Produktions- und Lieferzeit schnell und verlässlich versorgt werden.“

300 Visiere gespendet, weitere zum Selbstkostenpreis
Dreihundert Schutzvisier-Sets aus der Gemeinschaftsproduktion spendeten rpm, MeKo und LZH niedergelassenen Ärzten aus Hannover, lokal ansässigen Ärzten in Helmstedt sowie dem Personal der Helios Kliniken. Prof. Dr. med. Detlev Ameis, Chefarzt Gastroenterologie der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt, berichtet: „Wir haben die Visiere in den Bereichen Zentrale Notaufnahme, Corona-Infektionsstation und Endoskopie ausführlich getestet und waren mit der Handhabung sehr zufrieden.“ Auch Dr. Ralf Dörre, Ärztlicher Direktor des Klinikums ist froh über die Initiative: „Wir bedanken uns herzlich für die Schutzvisiere. Sie sollen bei der Behandlung von COVID-19-Patienten oder Notfällen zum Einsatz kommen. Mit dieser hilfreichen Spende sind unsere Ärzte und Pflegekräfte bestens geschützt“. Weitere Anfragen liegen vor, die kommenden Chargen werden zum Selbstkostenpreis ausgeliefert.

Behelfsprodukt für die Zeit der Materialknappheit
Die Druckdatei für die Kopfhalterung ist öffentlich zugänglich im Internet und wurde auf Ärztewunsch geringfügig von rpm modifiziert. rpm druckt sie aus dem Kunststoff PA 12 mittels Lasersintern. Die Halterung kann ein Schild aus 0,4 mm bis 0,5 mm starker PET- oder PET-G-Folie aufnehmen. Fixiert wird das Visier mit einem Knopfgummiband. Die Schutzvisiere sind dabei keine zugelassenen Medizinprodukte oder zertifizierte Schutzausrüstung und können nur als ergänzende Barriere dienen, der keine entsprechende Schutzwirkung nachgewiesen wurde. Die Visiere sind nicht dafür gedacht, über die Dauer der SARS-CoV-2/COVID-19-Pandemie oder die bestehende Knappheit an zertifizierter Schutzanwendung hinaus verwendet zu werden.

www.lzh.de 

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