Baden-Württemberg ahoi!

28.11.2019 - 01:00

Messe Kreuzfahrt- und Schiffs-Reisen im Rahmen der CMT in Stuttgart: Premiere für Marina-Gipfel und Deutsche Marine

Immer mehr Menschen leisten sich eine Hochsee-Kreuzfahrt oder eine Flussreise. Im Jahr 2018 haben nach einer Studie der Interessengemeinschaft IG River Cruise rund 496.000 deutsche Passagiere eine Flusskreuzfahrt unternommen. Das sind etwa 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr und dabei wurden im deutschen Markt mehr als 590 Millionen Euro umgesetzt. Ähnlich positive Zahlen präsentiert die Hochsee-Kreuzfahrtbranche für dasselbe Jahr. Nach Mitteilung deren Verbands Cruise Lines International Association (CLIA) stieg die Zahl der Kreuzfahrtpassagiere in Deutschland mit 2,23 Millionen um 3,0 Prozent und in Europa (7,17 Mio.) um 3,3 Prozent. Weltweit verzeichnete die Branche 2018 mit 28,52 Mio. Passagieren sogar ein Wachstum in Höhe von 6,7 Prozent. Beste Voraussetzungen also für die Messe Kreuzfahrt- und Schiffs-Reisen, die im Rahmen der Stuttgarter Urlaubsmesse CMT vom 16. bis 19. Januar 2020 stattfindet. „Unsere Aussteller und Besucher werden mehr als zufrieden sein“, ist sich Projektleiterin Marie Homburg sicher, „denn hier werden Urlaubswünsche auf dem Wasser erfüllt.“ Auf der Messe könnten sich Reisende über die neuesten Charterangebote, Fluss- und Hochseekreuzfahrten informieren und Boote kaufen.

Zwei neue Trümpfe

Nicht nur das. Projektleiterin Homburg kann gleich zwei neue Trümpfe ziehen. „Erstmalig präsentiert sich die Deutsche Marine auf der Messe und informiert über ihre Aufgaben und Ausrüstung,“ bestätigt Fregattenkapitän Markus Fischer, beim Marinekommando in Rostock für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Marinesoldaten würden zudem ihr neuestes Schiff vorstellen: die Fregatte „Baden-Württemberg“, natürlich nur als Modell von etwa einem Meter Länge. Im Original misst die Fregatte fast 150 Meter und „ist Innovationsgeber für eine neue Generation von unseren Schiffen“. Besatzungsangehörige beantworteten Fragen zum Alltag an Bord und zur Marine. Auch ein Taucheranzug sowie eine Rettungsinsel seien in Stuttgart an Bord. „Letztere ist für höchstens sechs Menschen ausgelegt. Sie kann während der Messe gern ausprobiert werden.“ Fischer zufolge macht die Deutsche Marine zusammen mit dem Marineverein Stuttgart auch auf den Transport über See und dessen Herausforderungen aufmerksam.

Chancen für den Tourismus auf dem Wasser ausloten

Mehr auf die Zivilgesellschaft ausgerichtet ist das zweite Highlight. „Im B2B-Rahmenprogramm wird am Donnerstag, 16. Januar, erstmals der Marina-Gipfel stattfinden“, sagt Homburg. Dieser Gipfel soll Überzeugungsarbeit bei Städten und Gemeinden am Wasser leisten, mehr für den Tourismus auf Seen, Flüssen und dem Meer zu tun. Er bietet neben Fachvorträgen und Informationen zum Thema Wassertourismus auch Möglichkeiten zum Austausch zwischen Kommunen und Investoren sowie Betreibern. Der Marina-Gipfel wird von Professor Dr. Heiner Haass von der Deutschen Marina Consult organisiert und greift folgende Themen auf: Wassertourismus, Flusskreuzschifffahrt, Marinas, Stadtentwicklung am Wasser, schwimmende Häuser etc. „Kommunen und Investoren, die sich im Wassertourismus betätigen wollen, haben vielfältige und spezielle Aufgaben zu erfüllen“, begründet Haass sein Engagement. Diese Themen seien bei den meisten Kommunen und Investoren aber unbekannt und „Beratung, Information und Erfahrungsaustausche sind nötig und hilfreich“.

Da passt ins Bild, dass auch der Wassersportmarkt stabil bleibt und mit voller Kraft in die Saison 2019 gestartet ist. Eine Konjunkturumfrage des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft (BVWW) zur Jahresmitte ergab, dass die Unternehmen mit der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2019 zufrieden waren. Gleichwohl zeigten die Umfrageergebnisse seit 2017 einen Trend: Wurde die Geschäftslage 2017 von knapp 87 Prozent positiv bewertet, sind es laut Verband in diesem Jahr nur noch 74 Prozent. Eine gewisse Erosion der Konjunktur sei unübersehbar, sagt Sonja Meichle, Vizepräsidentin des BVWW. Noch aber profitiere die Branche von der positiven Stimmung, welche die Branche nach einem guten Geschäftsjahr 2018 mit in die neue Saison genommen hatte. Den Gesamtumsatz an maritimen Gütern und Dienstleistungen schätzt der Verband zum Jahresende auf 2,16 Mrd. Euro, was einem Zuwachs von knapp 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Höhere Flexibilität beim Chartern

Vom gesellschaftlichen Trend „Nutzen statt Besitzen“ profitiere die Charterbranche, sagt Jürgen Tracht, Geschäftsführer des BVWW. Viele Menschen wollten sich nicht mehr nur auf ein Freizeithobby festlegen, sondern verschiedene Freizeitaktivitäten nebeneinander betreiben. „Die Charterbranche folgt diesem Trend und bietet neben der Motor- oder Segelyacht flexibel buchbare Zusatzangebote an.“ Warum zwischen Bootfahren und Tauchen wählen, wenn man beides während eines Bootstörns haben könne. Mehr Flexibilität bei der Urlaubsgestaltung sei Trumpf und biete nebenbei zusätzliche Umsatzchancen für die Charterunternehmen. Entsprechend der positiven Entwicklung setzte die Buchungsperiode ungewohnt früh ein. Kein Wunder, sagt Tracht, dass „rund 92 Prozent der Hausbootvermieter zur Jahresmitte die Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum als gleich gut oder besser einstufen.“

Der Erfolg der Kreuzfahrt- und Schiffs-Reisen bestätigt diesen Trend. „Wir bilden das komplette Portfolio des Wassertourismus ab“, sagt Homburg. „Die Besucher finden neben Hochseekreuzfahrten viele Aussteller aus den Bereichen Fluss- und Segelreisen, Yachtcharter und Hausbootferien sowie Angebote für den Sportbootführerschein.“ Zudem wird eine eigene Bühne mit spannenden Vorträgen der Aussteller aufgebaut. Darunter Themen wie aktuelle Reiserouten, spannende Segeltörns oder Neuigkeiten aus der Welt der Luxuskreuzfahrten. Die Segelvereine vom Max-Eyth-See aus Stuttgart präsentieren Exponate zum Anschauen und Ausprobieren. Auch die Shanty-Chöre der Marinekameradschaften Rottenburg sowie Tsingtau Esslingen werden mehrere Auftritte haben und für das leibliche Wohl sorgt standesgemäß Nordic Street Food.

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