Im Rahmen der INTERVITIS INTERFRUCTA HORTITECHNICA werden vom Deutschen Weinbauverband e.V. in Zusammenarbeit mit der DLG, Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, herausragende Neu- und Weiterentwicklungen ausgezeichnet, die zum Fortschritt in der Wein-, Fruchtsaft- und Sonderkulturbranche beitragen. Die Besten werden von einer internationalen und unabhängigen Jury mit dem Innovationspreis in Gold und Silber ausgezeichnet.

Der Innovationspreis wird vergeben für technische Verfahren, Systeme, Produkte bzw. Dienstleistungen in den beiden Kategorien:

  • Anbau- und Erntetechnologie
  • Verarbeitung und Prozesssteuerung

Anmeldung zum Innovationspreis 2018

Um am Wettbewerb des Innovationspreises 2018 teilzunehmen, können sich Aussteller der INTERVITIS INTERFRUCTA HORTITECHNICA ab dem 11. Mai 2018 über diesen Link anmelden.

Weitere Teilnahmebedingungen entnehmen Sie bitte dieser PDF.

Terminliche Eckpunkte:

  • Ab 11. Mai 2018                              
    Anmeldung auf https://ivifho-innovationspreis.de/abstracts/de/registrierung.php
  • 30. Juni 2018  Verlängert bis 16. Juli 2018!                                
    Letztmöglicher Einreichungstag der Bewerbungsunterlagen
  • 4. September 2018                         
    Bekanntgabe der ausgezeichneten Innovationen und der Gold- und Silberpreisträger
  • 4. November 2018                           
    Verleihung der Gold- und Silberpreise und Präsentation der Preisträger im Rahmen der INTERVITIS INTERFRUCTA HORTITECHNICA 2018 in Stuttgart

Das Team des Innovationspreises freut sich auf Ihre Bewerbung und wünscht viel Erfolg!

 

Der INTERVITIS INTERFRUCTA HORTITECHNICA Innovationspreis 2018

Innovationspreis 2018: Anbau- und Erntetechnologie

Fendt e100 Vario
Von AGCO GmbH, Marktoberdorf, Deutschland

Der Fendt e100 Vario von der AGCO GmbH aus Marktoberdorf ist der erste vollelektrifizierte Schmalspurschlepper im Weinbau. Die Jury bewertet diese Neuentwicklung als eine entscheidende Verbesserung des aktuellen (mit Verbrennungsmotor ausgestatteten) Schlepperstandards. Die Batterien des Fendt e100 Vario ermöglichen eine Nutzung im Realbetrieb von bis zu sechs Einsatzstunden und können über genormte Schnittstellen schnell aufgeladen werden. Durch die Ladung der Batterien mit regenerativen Energien können Kosten reduziert werden. Auch die Punkte Reduzierung von Staubpartikeln/Stickoxiden/der CO² Bilanz, Lärmemission und Vibration während des Fahrens stellen einen großen Vorteil gegenüber der normalen Bewirtschaftungsform dar. Trotz vollem Drehmoment kann die Vorfahrtgeschwindigkeit feiner gesteuert werden und dadurch die Arbeitssicherheit erhöht werden. Viele elektrische und konventionelle, bereits vorhandene Anbaugeräte können an den Fendt e100 Vario angeschlossen werden, der ab dem Motor wie ein konventioneller Schlepper konzipiert ist.

Vitrac 80 + Laubschneider LSU
Von WM Agri Technics GmbH, Karneid, Italien

Die Kombination von dem Geräteträger Vitrac 80 mit dem Laubschneider LSU der Firma WM Agri Technics GmbH (Blumau/Italien) wird als eine wesentliche anbautechnische Verbesserung des aktuellen Standards bewertet, die dem Erhalt des Ultra-Steillagen-Weinbaus dient und mit der Silbermedaille ausgezeichnet wird. Das System ermöglicht in diesem Steigungsbereich einen sehr hohen Mechanisierungsgrad. Dabei steht durch den tiefen Schwerpunkt und die Konstruktion der Knicklenkung die Anwendersicherheit im Vordergrund. In Kombination mit dem Laubschneider LSU wird durch die innovative Konstruktion (Gegengewicht) eine hohe Standsicherheit unter allen Arbeitsbedingungen gewährleistet. Herauszuheben ist ebenfalls die innovative Bedienung des Gerätes bei extremen Wendemanövern durch den neuentwickelten Multifunktionsjoystick.

PSR Lenksysteme im Weinbau
Von Reichhardt GmbH Steuerungstechnik, Hungen, Deutschland

Die Summe an wesentlichen technischen Verbesserungen, die die PSR Lenksysteme von Reichhardt GmbH Steuerungstechnik (Hungen) gegenüber dem Standard, insbesondere in Kombination von Ultraschall und GPS, darstellen, prämiert die Jury mit der Silbermedaille. Automatische Lenksysteme sind in der Landwirtschaft bereits weit verbreitet. In den Sonderkulturen und im Weinbau jedoch wird insbesondere durch den Wegfall von Hilfskräften eine intensivere, mechanisch-technische Bearbeitung notwendig. Die notwendige, mehrzeilige Bearbeitung, ist wesentlich stressfreier und sicherer durch ein automatisches Lenksystem. Dies führt zur optimierten Arbeitsqualität. Durch den Einsatz von Sensorik und Satelliten besteht der Vorteil, dass selbst bei Schattenwurf, Satellitenausfall oder fehlenden Rebstöcken eine sichere Führung des Schleppers möglich ist, insbesondere, da sich die Sensorik auch am Draht orientieren kann. Bei diesem Lenksystem ist von Reichhardt GmbH Steuerungstechnik keine Insellösung geschaffen worden, sodass das System auf alle bestehenden Schlepper nachgerüstet werden kann. Das Abtasten des Stockes liefert auch zusätzliche Daten, die ausgewertet und von anderen Anbaugeräten bearbeitet werden können.

Stufenloser Weinbautraktor: Deutz-Fahr 5 DS TTV
Von Same Deutz-Fahr Deutschland GmbH, Lauingen, Deutschland

Mit dem Weinbautraktor der Deutz-Fahr Serie 5 DS TTV stellt die Same Deutz-Fahr GmbH Deutschland (Lauingen) einen Spezialtraktor mit stufenlosem Getriebe vor. Der neu konzipierte Traktor verfügt über eine Vielzahl technologischer Verbesserungen, die die Arbeiten in Sonderkulturen wie dem Wein- und Obstbau erheblich erleichtern. Besonders hervorzuheben ist das stufenlose TTV-Getriebe. Es bietet die hohe Effizienz eines mechanischen Getriebes gepaart mit dem Komfort und der Leichtgängigkeit eines hydrostatischen Getriebes. Im Hauptarbeitsbereich überzeugt das Getriebe mit einem 100-prozentigen Anteil mechanischer Kraftübertragung, der bereits bei einer Geschwindigkeit von 11,5 km/h erreicht wird. Ein weiterer Vorteil liegt in der Endgeschwindigkeit von 40 km/h, die mit nur 1650 U/min. erreicht wird. Die Jury bewertet dies als eine Innovation, die den aktuellen Standard verbessert und verleiht den Status „Ausgezeichnete Innovation“ für den Stufenlosen Weinbautraktor der Deutz-Fahr Serie 5 DS TTV.

Ilmer Rebholzzieher „Vine catcher“
Von Ilmer Maschinenbau GmbH, Tschars, Italien

Der Illmer Rebholzzieher „Vine catcher“ ermöglicht die maschinelle Entfernung des Rebholzes aus dem Drahtrahmen. Gegenüber den bisher handelsüblichen Rebholzziehern sind die rotierenden Reifen in Fahrtrichtung parallel zur Zeile angeordnet. Über eine horizontal angeordnete Schnecke wird das Rebholz diesen Rädern zugeführt, die es aus dem Drahtrahmen ziehen und einem darüber liegenden Häcksler zuführen. Ein Metallstab unterhalb der Zuführungsschnecke bewirkt ein sicheres Fernhalten der Drähte von den Reifen und sorgt für eine geringe Belastung des Drahtrahmens. Die technische Verbesserung durch die Ilmer Maschinenbau GmbH (Tschars/Italien) besteht darin, dass durch diese Bauweise Beschädigungen am Drahtrahmen vermieden werden und ein sicheres Fahren möglich ist.

Innovationspreis 2018: Verarbeitung und Prozesssteuerung

SO₂ Membran System
Von K+H process tec GmbH, Obererdingen, Deutschland

Das neuentwickelte SO₂ Membran System der Firma K+H process tec GmbH, Obererdingen, nutzt zur Entfernung der freien SO₂ aus Jungweinen ein rein physikalisches Verfahren und schließt damit eine wichtige Lücke in der Oenologie. Die Jury wertet dies als entscheidende Verbesserung des aktuellen Standards. Getrennt durch eine spezielle Membran diffundiert die molekulare SO₂ aus dem Wein in einen gegenläufig geführten Wein, der mit Kalilauge alkalisiert wurde. Die transferierte SO₂ bildet das Kaliumsalz der schwefeligen Säure und erhält somit das Konzentrationsgefälle. Gleichzeitig liegt für alle anderen Weininhaltsstoffe kein Konzentrationsgefälle vor, sodass diese im behandelten Wein nicht verändert werden. Soll die SO₂ aus einer Süßreserve entfernt werden, reicht auf der anderen Seite der Membran eine wässrige Spüllösung aus. Membranverfahren sind keine thermischen Verfahren und arbeiten bei niedrigen und damit für die Weinqualität schonenden Temperaturen. Es wird auf chemische Additive im behandelten Wein verzichtet und der Prozess spart gegenüber thermischen Verfahren Energiekosten ein.

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Oculyze 
Von der Firma Oculyze GmbH in Kooperation mit Eaton Technologies GmbH, Langenlonsheim, Deutschland

Das System Oculyze stellt einen Quantensprung in der direkten mikrobiellen Kontrolle von Gärungen dar. Die innovative Verbindung von Messzelle und Kamera im Smartphone erlaubt eine sehr rasche Überprüfung von Zellzahlen und ihrer Vitalität direkt im Keller. Die Daten werden durch das Smartphone über eine spezifische App mit einer Datenbank in der Cloud ausgewertet. Der Anwender erhält auf Basis von mehreren Messungen Aussagen über die aktuelle Zellzahl und das Verhältnis von lebenden zu toten Zellen. So können die mittels anderen Verfahren erstellten Gärkurven durch die essentielle Information über die Zellzahl und Vitalität der Hefen ergänzt werden. Dies eröffnet ganz neue Möglichkeiten zur  besseren Kontrolle und Steuerung der Gärungen, u.a. zur erfolgreichen Vermeidung oder Behebung unerwünschter Gärstörungen. Ferner erlaubt die zeitnahe Analyse mittels des Oculyze-Aufsatzes eine frühzeitige Erkennung langsamer werdender Gärungen (Schadorganismen werden nicht identifiziert), bevor sie zu sensorischen Auffälligkeiten im Wein führen. Insgesamt stellt es eine Neuentwicklung dar, die den heutigen Standard entscheidend verbessert.

Restfeuchtemessung
Von Scharfenberger GmbH & Co.KG, Bad Dürkheim, Deutschland


Die in die Traubenpresse integrierte Restfeuchtemessung der Firma Scharfenberger GmbH & Co.KG (Bad Dürkheim) erlaubt eine kontinuierliche Rückmeldung des Pressfortschritts an den Anwender und die digitale Steuerung. Dies bewertet die Jury als eine wesentliche Verbesserung des aktuellen Standards. Bisher war dies nur indirekt durch die Verrechnung von Ausgangsvolumen zu Mostabfluss möglich. Erstmalig kann nun der tatsächliche Restfeuchtegehalt und seine Veränderung über die Zeit erfasst werden. Dies erlaubt eine Anpassung des sequentiellen Druckaufbaus, der Scheiterintervalle und des Höchstdrucks an die tatsächliche Restfeuchte. Mit diesem zusätzlichen Parameter kann schneller und effizienter ausgepresst werden und insbesondere bei schlecht pressbarem Lesegut die Pressdauer gezielt gewählt werden.

Vollherbst craftLABEL
Von Vollherbst Druck GmbH, Endingen, Deutschland

Die Vollherbst craftLABEL der Firma Vollherbst Druck GmbH (Endingen) erlauben eine höhere visuelle Qualität bei Weinetiketten, die von der Jury als eine wesentliche Verbesserung des aktuellen Standards bewertet wird. Insbesondere die Integration von Gesteinsmaterial in das Etikett erlaubt eine optische und haptische Verbindung zwischen den Weinbergsböden und der betreffenden Flasche im Verkaufsregal. Dadurch erhalten Verbraucher erstmalig die Möglichkeit, sich emotional mit dem Entstehungsort des Weines, dem Weinberg, durch die Ansicht und Berührung des Etiketts zu verbinden. Gleichzeitig kann der Weinerzeuger nachvollziehbar Bezug auf die natürlichen Standortbedingungen des jeweiligen Weines nehmen, insbesondere wenn das Ausgangsgestein Teil der Produktinformation auf dem Weinetikett ist. Somit können die craftLabel der Firma Vollherbst Druck GmbH (Endingen) für die Erzeuger und Vermarkter der Weine ein Alleinstellungsmerkmal am Point of Sales ermöglichen.

Presskorbausleuchtung („+lux system“)
Von Scharfenberger GmbH & Co.KG, Bad Dürkheim, Deutschland

Die Ausleuchtung des Pressinnenraums mit dem +lux system der Firma Scharfenberger GmbH & Co. KG (Bad Dürkheim) ermöglicht eine bessere und raschere Reinigung der Presse vor der nächsten Beladung. Dies erhöht die Hygiene und vermeidet folglich die Kontamination der Presse mit Mikroorganismen und das Auftreten von Fehlaromen. Ferner wird die Arbeitssicherheit des Personals erhöht. Angesichts der durch den Klimawandel bedingten Verkürzung der Traubenlese stellt häufig die Presskapazität der Betriebe den begrenzenden Faktor dar. Somit ist jeder Beitrag zur Zeiteinsparung sehr willkommen und trägt zur höheren Effizienz im Kelterhaus bei. Für diese Verbesserung des aktuellen Standards verleiht die Jury den Status „Ausgezeichnete Innovation“ für die Presskorbausleuchtung der Firma Scharfenberger GmbH & Co. KG.