05. - 09.02.2022 Die ganze Welt der Eiskultur
19.04.2021 - 14:39

Plastikfreie Eisdiele ab Juli 2021

Spätestens ab Juli 2021 müssen Eisdielen plastikfrei sein. Dann gilt die neue EU-Verordnung auch für Gelatieri.

Produkte wie Einwegbesteck und -geschirr,  Strohhalme, Rührstäbchen sowie To-Go Becher aus Plastik und Einwegbehälter aus Styropor sind ab dem 03. Juli 2021 verboten und dürfen auch nicht mehr verkauft werden.

Ist Bioplastik eine echte Alternative?

Bei diesen Alternativen ist der Mehrwert schnell klar. Anders sieht es bei Bioplastik aus. Vor allem im gastronomischen Single-Use Gebrauch kommt die vermeintliche Plastikalternative immer häufiger zum Einsatz. Dabei gibt es grundsätzlich verschiedene Materialien, die als Bioplastik ausgewiesen werden dürfen: Biologisch abbaubares Plastik und Plastik, das aus biobasierten Materialien besteht.

Biologisch abbaubar bedeutet allerdings nicht unbedingt kompostierbar, dass die Bioplastik-Produkte auf dem hauseigenen Kompost kompostierbar sind. Nach europäischer Norm (EN 13432), die biologisch abbaubare Produkte zertifiziert, müssen diese innerhalb von 90 Tagen auf industriellen Kompostieranlagen zu 90% abgebaut sein. Das Problem dabei: Der Müll wird in den Müllanlagen vorab sortiert und die Maschinen machen keinen Unterschied bei Eislöffeln aus Plastik und Eislöffeln aus Bioplastik. Mit großer Wahrscheinlichkeit landen also beide Varianten in der Verbrennungsanlage.

Im Vergleich dazu werden die nachwachsenden Rohstoffe für Bioplastik in der Regel aus Maisstärke, Erbsenstärke oder anderen Pflanzenstoffen gewonnen. Allerdings muss lediglich 40 % des Bioplastikanteils aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Den restlichen Anteil machen neben herkömmlichem Plastik vor allem Klebstoffe, die den Pflanzenrohstoff zusammenhalten, Schmierstoffe, Trennmittel oder Druckfarben im Material aus.

Plastikfreie Beispiele für die Eisdiele

Schnell wird klar, dass Bioplastik aus nachwachsenden oder kompostierbaren Rohstoffen nicht automatisch eine nachhaltige Alternative ist, sondern vor allem bei Anwendern und Endverbrauchern für Verwirrung sorgen kann. Es gibt aber jede Menge wiederverwendbare oder sogar essbare Alternativen am Markt, die den Gelatieri die Umstellung leicht machen.

  • Aus dem täglichen To-Go Becher wird ein Mehrwegbecher, auf Wunsch sogar mit dem eigenen Logo. Mittlerweile gibt es aber auch diverse Unternehmen wie Recup, deren Mehrweg-Pfandsystem für Kaffee- oder Eisbecher bereits gut etabliert ist.
  • Statt Plastikstrohhalmen setzen Gelatieri auf wiederverwendbare Halme aus Glas oder Edelstahl, die im Gastrospüler gereinigt werden, oder auf kompostierbare Faser-Trinkhalme bzw. essbare Strohhalme.
  • Anstelle von Plastiklöffeln im To-go Becher bieten Gelatieri essbare Löffel wie von Sponntainable an. Die gibt es mittlerweile sogar in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

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