Wissen, woher unsere Klamotten kommen

15.04.2019

Future Fashion auf der Fair Handeln / 40 Aussteller und Lounge mit DJ / Spannendes Rahmenprogramm im Forum

Im „Fast Fashion-Zeitalter“ wird immer mehr Mode gekauft, nur kurze Zeit genutzt und danach ausrangiert. Nach Recherchen des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) landen schätzungsweise zwischen 19 und 50 Prozent der ausrangierten Textilien in der schwarzen Tonne. „Den Preis für jedes neu produzierte Stück und den mit Chemikalien behandelten Textilienmüll zahlt die Umwelt“, sagt Verena Bax, Referentin für Umweltpolitik beim Nabu. Rund 70 Kleidungsstücke kauft jeder Deutsche im Jahr, die meisten seien weder fair noch umweltschonend produziert, berichtet Spiegel Online. Doch es gibt einen Gegentrend: Neben ökologischem Material wollen immer mehr Menschen, dass ihre Kleidung unter menschen- würdigen Arbeitsbedingungen hergestellt wird. Die Fair Handeln, internationale Messe für Fair Trade und global verantwortungsvolles Handeln, greift das Thema seit 2017 auf und hat im Vorjahr den eigenen Bereich „Future Fashion“ dafür eingerichtet. Dabei geht es um zertifizierte moderne Textilien und Accessoires, die nachhaltig produziert werden, sowie um nachhaltige und bewusste Mode.

Nachhaltig und schick

„Mangelnde Arbeitsschutzstandards, ungerechte Wertschöpfungsketten und unzureichender Umweltschutz verdeutlichen die Notwendigkeit von Slow Fashion“, sagt Marie Wuttke, Projektleiterin der Messe. Zudem wollten die Menschen wissen, woher ihre Kleidung komme und wie diese hergestellt würde. Der Ausstellungsbereich Future Fashion zeige, dass nachhaltig produzierte Mode absolut tragbar, schick und trendbewusst sei. Rund 40 Aussteller der nachhaltigen Textilindustrie präsentieren moderne, öko-faire Mode von unterschiedlichen zertifizierten Modeherstellern ebenso wie Initiativen, Kampagnen, Aktionen, Upcycling Projekte und Ausstellungen. Die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) prüft als fachliche und ideelle Trägerin der Messe Fair Handeln in Kooperation mit „Get Changed! The Fair Fashion Network“ (https://www.getchanged.net/ ) die Aussteller im Bereich Future Fashion.

Bildung und Bewusstsein

„Ein wesentlicher Bestandteil des Future Fashion Projektes ist der Bildungsauftrag“, sagt Lena Wimmer bei der SEZ für die Fair Handeln zuständig. Dabei würden verschiedene bewusstseinsbildende Aktionen im Rahmen der „Future Fashion Akademie“ stattfinden. Beispielsweise eine Zusammenarbeit mit dem Dachverband Entwicklungspolitik (DEAB), bei der „Future Fashion Experts“ ausgebildet würden, die sich für einen bewussten und nachhaltigen Textil- und Modekonsum in Baden-Württemberg einsetzten. Auch die Jugendinitiative der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg ist mit im Boot. Die Bewegung hat längst ihre Nische verlassen. So treffen sich der Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (Südwesttextil) und die Initiative Future Fashion im Rahmen der „Fair Handeln“ zu einem gemeinsamen Netzwerkabend am ersten Messetag bei der „Nacht der Sinne“. Als Mitglied des Freundeskreises der Future Fashion Bewegung unterstützt Südwesttextil nach eigenen Angaben eine stärkere Integration der Firmen in die Aktivitäten der Initiative zu nachhaltigen Textilien.

Vorträge im Future Fashion Forum

Die Ziele des Bereichs Future Fashion bestehen darin, das Bewusstsein für die textile Wertschöpfungskette und den nachhaltigen Textilkonsum zu schaffen. Dabei werden Angebote und praktische Handlungsoptionen im ganzheitlich transparenten, nachhaltigen und ökologischen Textilbereich aufgezeigt. Ganz im Sinn von Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der das Bündnis für nachhaltige Textilien seines Ministeriums 2014 ins Leben gerufen hat. Über diese Themen referieren bekannte Redner täglich im eigenen „Future Fashion Forum“ der Fair Handeln. Dabei geht es unter anderem um Vorträge von Get Changed wie „Was bedeutet ökologisch bei öko-fairer Kleidung? Welche Fasern sind nachhaltig?“ oder „Was bedeutet sozial bei öko-fairer Kleidung: Soziale Mindestkriterien und living wages?“ Auch brisante Themen werden erörtert, zum Beispiel „Textildiscounter auf der Anklagebank - Unternehmensverantwortung im globalisierten Textilgeschäft“ und „Fashion Revolution: Chancen und Herausforderungen in der Textilproduktion“, eine Podiumsdiskussion mit: Rapha Breyer, TransFair, Sethu Lakshmy Chakkenchath, NAPP, Sharmilaben Kamli, Purecotz, Deniz Köksal, Hochschule Reutlingen, Fakultät Textil & Design, und Marijke Mulder, FEMNET. Zudem steht „Fashion Made in Africa“ mit Waithera Gaitho, Kingdom Business Network, Kenia, und Nana Boahene, S.H.A.R.E. Foundation auf dem Forumsprogramm. Über „Die Masche mit den Altkleidern - was passiert mit meiner Spende?“ spricht Anton Vaas, Aktion Hoffnung. Modisch geht es auf der Weltbühne in der Jacques Lanners Halle 3 weiter, wenn an allen Messetagen Fair Fashion Shows unter dem Motto „Mode und Accessoires mit FAIRantwortung“ präsentiert werden.

Fair und hochwertig produziert

Was den Erwachsenen recht ist, muss auch für die kleinsten Kunden gelten – es geht um fair produzierte Babykleidung. Sinnvoller Konsum schützt den Kunden und die Umwelt – unter diesem Leitsatz arbeitet der Aussteller Vivena. „Wir verwenden nur qualitativ hochwertige Produkte, die nachhaltig und biologisch hergestellt werden“, sagt Geschäftsführer Roland Stelzer. „Uns ist es eine Herzensangelegenheit, dass unsere Rohstofflieferanten, Produzenten und Partner fair behandelt und gerecht bezahlt werden, weshalb wir sie persönlich kennen und wertschätzen.“ Bei Vivena findet man alles rund um das Baby und das Kind – von Schlafsäcken, über Strampelsäcke bis hin zu Pflegetüchern und Windeln. Dabei werden die Produkte in Europa, also auch in Deutschland, und in Neuseeland gefertigt. Neben Produkten für Baby und Kind, gehören Badartikel, Naturpflege und Bekleidung zum Angebot des Unternehmens. Mehr Informationen am Stand 3 D18 oder unter: www.vivena.de/vivena/

Auf Naturtextilien konzentriert

Bereits in den 60er Jahren produzierte die Firma Engel Strickwindeln aus gebleichter Baumwolle. 1982 begann mit der Verarbeitung naturbelassener Baumwolle eine konsequente Orientierung auf Naturtextilien. „Unsere Mission ist es, der Haut und der Umwelt etwas Gutes zu tun“, sagt Gabriele Kolompar, Geschäftsführerin der Engel GmbH. „In unserer täglichen Arbeit konzentrieren wir uns konsequent auf Naturtextilien und nachwachsende Rohstoffe.“ So finden sich in der Firmenphilosophie neben produktions- und entsorgungsökologischen Gesichtspunkten auch humanökologische Aspekte. Deshalb sind dem Unternehmen kurze Transportwege und faire Arbeitsbedingungen besonders wichtig. Bei Engel wird ganz genau darauf geachtet, dass während des gesamten Entstehungsprozesses keine umwelt- und gesundheitsschädlichen Stoffe zum Einsatz kommen und Abfälle, wo immer möglich, vermieden werden. Das Sortiment umfasst ein Wickelsystem, ein Wäscheprogramm für Babys und Kinder, eine Nachtwäschekollektion, Baby-Oberbekleidung sowie ein Sortiment an Fleece-Bekleidung. Mehr Informationen am Stand 3 D12 oder unter: shop.engel-natur.de/ 

3 Freunde – ein Label

Aus einer Freundschaft wurde „3Freunde“ – ein Unternehmen, das im Fair Trade-Bereich eine feste Größe darstellt. Aus dem Motto der Gründer „Verlasse die Welt ein wenig besser, als Du sie vorgefunden hast“ entwickelte sich eine Idee: Die Produktion eines nachhaltigen T-Shirts mit verschiedenen Motiven und langer Lebensdauer. „Wir leben die Idee von einem fairen und gerechten Miteinander“, erklärt Stefan Niethammer, Mitgründer des Labels. „Es hat lange gedauert bis wir da waren, wo wir heute sind. Wir haben uns mittlerweile zu einer Benchmark in der Branche entwickelt.“ Das Unternehmen achte auf eine transparente Wertschöpfungskette mit existenzsichernden Löhnen für die Näherinnen und Näher und zahlreichen Produktinnovationen. Zum Angebot gehört Oberbekleidung für Männer, Frauen und Kinder, sowie ein Druckservice bei dem T-Shirts mittels Siebdruck beliebig gestaltet und in Auftrag gegeben werden könnten. Vor allem bei dem Kinderangebot seien der Kreativität der Gründer keine Grenzen gesetzt. Hier finden sich nahezu alle erdenklichen Motive, von Tanzbären über Partymäuse bis hin zu Seepferdchen. Mehr Informationen am Stand 3 E11 oder unter: www.3freunde.de

#fair19

Die Stuttgarter Frühjahrsmessen auf einen Blick

auto motor und sport i-Mobility  25. – 28. April 2019
Fair Handeln25. - 28. April 2019
Garten Outdoor Ambiente 25. – 28. April 2019
Haus Holz Energie25. – 28. April 2019
Kreativ25. – 28. April 2019
Markt des guten Geschmacks – 
die Slow Food Messe
25. – 28. April 2019
Mineralien, Fossilien, Schmuck 25. – 28. April 2019
DanceWorld Stuttgart26. – 28. April 2019
Babywelt26. – 28. April 2019
Yogaworld26. – 28. April 2019

Die Stuttgarter Frühjahrsmessen haben am Donnerstag, 25. April, von 14 Uhr bis 22 Uhr („Nacht der Sinne"), am Freitag von 10 Uhr und am Samstag und Sonntag von 9 Uhr bis jeweils 18 Uhr geöffnet. Eintrittskarten kosten 15 Euro (inkl. VVS), ermäßigt 13 Euro (online unter www.messe-stuttgart.de/vorverkauf günstiger). Mit der 2-Tageskarte für 20 Euro (ohne VVS) kann man an zwei beliebigen Tagen die Messen besuchen. Die Karten berechtigen zum Besuch aller an diesem Tag parallel stattfindenden Messen. Kombitickets für die Anreise sind bei den Easy-Ticket-Vorverkaufsstellen, den Toto-Lotto-Verkaufsstellen im VVS-Gebiet sowie an den Fahrkartenschaltern der Deutschen Bahn erhältlich. SchülerInnen (mit Ausweis) haben am Kinder- und Jugendtag, Freitag, 26. April, freien Eintritt.

 

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