Fairplay für den Umweltschutz

11.02.2019 - 13:29

Messe Fair Handeln in Stuttgart unterstützt Zero-Waste-Bewegung / Nachhaltige Angebote beispielhaft ausgewählt

Gutes sichtbar machen – in diesem Jahr setzt die Fair Handeln, Internationale Messe für Fair Trade und global verantwortungsvolles Handeln, einen neuen Themenschwerpunkt, indem sie die Zero-Waste-Bewegung unterstützt. „Alle Aussteller, die auf ihre Weise zur Müllvermeidung beitragen, werden mit dem offiziellen Zero-Waste-Logo der Messe Stuttgart ausgezeichnet“, sagt Marie Wuttke, Projektleiterin der Fair Handeln. Die Messe Stuttgart und ihre Dienstleister seien hier bereits vorbildlich aktiv. So könnten die Aussteller ihre bestellten Bodenteppiche ebenso wie die Blenden nach der Messe mitnehmen und wieder verwenden. Als weiterer Schritt folgt das professionelle und konsequente Mülltrennen durch erfahrene Entsorgungspartner. Die Aussteller der Fair Handeln tragen Wuttke zufolge allein mit ihren Produkten zu einem müllfreien Leben bei. Sie würden von Kleidung aus Naturtextilien über Recyclingkunst bis hin zu Bienenwachstüchern nachhaltige Angebote auf der Messe zeigen und „präsentieren spannende Produkte und Projekte.“ Hier beispielhaft eine Auswahl:

Plastic is over 

Einen sinnvollen Beitrag zu einer gesunden Welt leisten – um das zu erreichen hat sich die Wildfax-Familie 2017 zusammengefunden und will damit der Plastikproduktion ein Ende setzen. „Wir haben alle eine große Liebe zu unseren Ozeanen und möchten ein klares Statement setzen, plastikfrei zu leben“, betont die Imkerin und Schneiderin Sabrina Kratz. Wildwax produziert Bienenwachstücher in Handarbeit. Bienenwachs ist ein natürliches Konservierungsmittel, durch das die Haltbarkeit von Lebensmitteln deutlich verlängert wird. Das Tuch hat Kratz zufolge dabei zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten und könne anstelle von Plastikfolien für angeschnittenes Obst und Gemüse, zum Einfrieren oder aber auch direkt beim Einkaufen verwendet werden. Mehr Informationen unter: wildwaxtuch.de 

Von der Natur beflügelt 

„Wir wollen der Haut und der Umwelt etwas Gutes tun“, sagt Gabriele Kolompar, Geschäftsführerin der Engel GmbH. Unter dieser Leitidee fertigt das Familienunternehmen aus Pfullingen bereits seit 85 Jahren Wäsche und Bekleidung. Dabei konzentriert sich das Unternehmen konsequent auf nachwachsende Rohstoffe und achtet besonders auf die Schadstofffreiheit der Textilien. Bei Engel wird ganz genau darauf geachtet, dass während des gesamten Entstehungsprozesses umwelt- und gesundheitsschädliche Stoffe nicht zum Einsatz kommen und Abfälle, wo immer möglich, vermieden werden. Die Kollektion umfasst Baby – und Kinderbekleidung, Wäsche für Erwachsene, ein kleines Sortiment an Oberbekleidung aus reiner Merinowolle und Seide, Fleece-Bekleidung und speziell entwickelte Bekleidung für Frühgeborene. Mehr Informationen unter: www.engel-natur.de/de 

Zwischen Design und Ethik 

Moogoo ist ein Bindeglied zwischen Design und Ethik, zwischen Afrika und Deutschland. Das Unternehmen zeigt Designermöbel und Wohnaccessoires, die von Designern und Handwerkern aus Afrika kreiert und erarbeitet wurden. „Wir möchten eine konstruktive und nachhaltige Partnerschaft mit Afrika entwickeln, in deren Zentrum die Inwertsetzung von lokaler Expertise und Ressourcen steht“, sagt Geschäftsführer Eliott Martin, der selbst mehrere Monate in Afrika gelebt hat. Durch das Konzept von Moogoo will das Unternehmen langfristig neue Einkommensmöglichkeiten schaffen. Bei den Produkten – die vollständig in Burkina Faso angefertigt werden – handelt es sich um Kreationen aus Holz, Eisen, Bronze und Recyclingstoffen. Es wird Altes mit Neuem verbunden und durch die Verschmelzung verschiedener Materialien neue Formen und Zwecke geschaffen. Mehr Informationen: moogoo-creative-africa.com

Gemeinsames Projekt – Zukunft! 

Bei Mama Afrika findet man exotisch Skurriles – von Recycling Art, über Bead-Wire Work bis hin zu traditionellen Holzschnitzereien. Das Unternehmen vertreibt seit mehr als 16 Jahren Produkte, die unter fairen Bedingungen gefertigt und gehandelt wurden. „Wir versuchen immer eine Win-Win Situation für alle Beteiligten herzustellen“, sagt die Gründerin Martina Zenker. „Die Qualität unserer Produkte ist das Ergebnis all unserer gemeinsamen Bemühungen, Hoffnungen und Inspirationen.“ Mit dem Kauf werden die Menschen in Afrika dabei unterstützt sich selbst zu helfen. Zum Beispiel Schmuck dessen einzelne Glieder der Armbänder aus Sicherheitsnadeln bestehen. Oder Giraffen, Wasserbüffel und Elefanten aus Blech gebastelt - Recyclingkunst aus alten Marmeladendosen. Jedes Jahr fährt Zenker nach Südafrika, aber auch nach Simbabwe, Swaziland und Madagaskar, und knüpfte ein Netzwerk mit Handwerkerinnen. Sie berät, entwickelt gemeinsam mit den Frauen neue Produkte, und sorgt dafür, dass manches Traditionelle „ganz behutsam“ an den westlichen Geschmack angepasst wird. Mehr Informationen unter: www.mamaafrika.de

Mundgeblasenes Glas aus Mexiko 

Globo hilft sozial benachteiligten Menschen einen Weg zurück ins Berufsleben zu finden. Diesen Weg bereitet Doña Josefina durch das Glasblasen und dem Vertrieb von Produkten aus Recyclingglas. Das Glas stammt aus der Glasbläserei Joel in der Region Jalisco im Westen Mexikos. Dessen Recyceln braucht weniger Energie als dessen Neuproduktion. „Bei unserer Arbeit geht es uns bei weitem nicht nur um die Arbeitsplatzbeschaffung, sondern auch um soziale Belange und die Ausbildung junger Leute“, sagt Doña Josefina. Die Glasbläserei sei eine Arbeit, die äußerste Konzentration verlange, um Unfälle auszuschließen. Die jungen Menschen lernten sich auf aufeinander zu verlassen und dies fördere ihre soziale Kompetenz. Mehr Informationen: www.globo-fairtrade.com   

Schönes aus Indochina

Drei Jahre lebte Uta Zängerl in Südostasien, was sie dazu inspirierte, etwas von der Kultur und der Landschaft mit nach Deutschland zu nehmen: „Mit den Produkten von ‚Schönes aus Indochina‘ möchte ich meine Leidenschaft für diesen Teil der Erde mit meinen Kunden teilen.“ Das Unternehmen importiert und vertreibt kunstvoll handgefertigte, fair gehandelte Produkte aus Kambodscha, Laos, Vietnam und Thailand. Die Hersteller werden laut Zängerl vor Ort persönlich ausgewählt, noch dazu fördern regelmäßige Besuche und Kontakte eine vertrauensvolle und verlässliche Partnerschaft mit den Produzenten. Mehr Informationen auf: www.saindochina.de/epages/64872366.sf/de_DE/;

Telefondrahtflechten in Südafrika 

Hinter dem Label „Trusted Craft Design“ verbirgt sich eine enge Deutsch-Südafrikanische Zusammenarbeit, die zu einem multikulturellen Mix verschmilzt. Seit 2011 arbeitet Judith Singer mit einer kleinen Näherei zusammen. „Die Armut und die Hoffnungslosigkeit der örtlichen Gemeinschaft waren die Motivation altes Kunsthandwerk, wie das Flechten von Körben und die Perlenstickerei neu aufleben zu lassen, um somit Arbeit zu schaffen“. Durch die Arbeit in der Näherei und die Heimarbeit leiste das Unternehmen einen substanziellen Beitrag zum Wohlergehen der lokalen Bevölkerung. Die Produktpalette reicht von Röcken, Taschen jeglicher Art, textilem Schmuck, Kinderkleidung und Körben aus Telefondraht. Mehr Informationen unter: trusted-craft.com/epages/6c9a1d0c-f32e-4272-8a76-470ab8714118.sf/de_DE/;

Schalen aus Umverpackungen 

Ganz nach dem Motto „Helfen und Handeln“ arbeitet Ganesh Nepalhandel gemeinsam mit ausgewählten Familienbetrieben, Kooperativen und Frauenwerkstätten in Nepal und verkauft das Kunsthandwerk auf Märkten, Basaren und im Onlineshop. Das ganzheitliche Projekt widmet sich zusammen mit dem Partner JeevanKala dem Upcycling von Plastikverpackungen und gebrauchten Reissäcken. „Wir sahen die Notwendigkeit, den Menschen Arbeit zu verschaffen“, erklärt Dori Grosspietsch-Rindle. Aus alten Chipstüten und Kekspackungen flechten die Frauen Körbe und Schalen. Dafür werden die Verpackungen zunächst gereinigt, dann in Streifen geschnitten, um Halme gewickelt und anschließend weiterverarbeitet. Mehr Informationen: www.ganesh-nepalhandel.com 

#fair19

 

Die Stuttgarter Frühjahrsmessen 2019 auf einen Blick

auto motor und sport i-Mobility  25. – 28. April 2019
Fair Handeln25. - 28. April 2019
Garten Outdoor Ambiente 25. – 28. April 2019
Haus Holz Energie25. – 28. April 2019
Kreativ25. – 28. April 2019
Markt des guten Geschmacks – 
die Slow Food Messe
25. – 28. April 2019
Mineralien, Fossilien, Schmuck 25. – 28. April 2019
DanceWorld Stuttgart26. – 28. April 2019
Babywelt26. – 28. April 2019
Yogaworld26. – 28. April 2019

Die Stuttgarter Frühjahrsmessen haben am Freitag von 10 Uhr, am Samstag und Sonntag von 9 Uhr bis jeweils 18 Uhr, und am Donnerstag, 25. April, von 14 Uhr bis 22 Uhr („Nacht der Sinne") geöffnet. Eintrittskarten kosten 15 Euro (inkl. VVS), ermäßigt 13 Euro (online unter www.messe-stuttgart.de/vorverkauf günstiger). Mit der 2-Tageskarte für 20 Euro (ohne VVS) kann man an zwei beliebigen Tagen die Messen besuchen. Die Karten berechtigen zum Besuch aller an diesem Tag parallel stattfindenden Messen. Kombitickets für die Anreise sind bei den Easy-Ticket-Vorverkaufsstellen, den Toto-Lotto-Verkaufsstellen im VVS-Gebiet sowie an den Fahrkartenschaltern der Deutschen Bahn erhältlich. SchülerInnen (mit Ausweis) haben am Kinder- und Jugendtag, Freitag, 26. April, freien Eintritt.

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