Bio, fair, humanitär

28.03.2018

Messebereich „Future Fashion“ auf der Fair Handeln / Altkleiderspende zugunsten von Aktion Hoffnung

Aktuell prägen zwei Begriffe die Welt der Mode – Fast Fashion und Slow Fashion. Mangelnde Arbeitsschutzstandards, ungerechte Wertschöpfungsketten oder unzureichender Umweltschutz „begünstigen den Trend zu Slow Fashion“, sagt Marie Wuttke, Projektleiterin der Fair Handeln in Stuttgart. Immer mehr Menschen wollten wissen, woher ihre Kleidung komme und wie diese hergestellt würde. Die Fair Handeln greift dieses Thema seit 2017 mit dem Messebereich  „Future Fashion“ auf. Dieser Bereich mit mehr als 30 Ausstellern aus dem In- und Ausland zeigt, dass nachhaltig produzierte Mode modern, schick und trendbewusst ist. Zudem bietet das Future Fashion Forum (Halle 7, Stand G31) jede Menge an Informationen rund um öko-faire Mode und nachhaltige Wertschöpfungsketten. Eine Altkleider-Spendenaktion rundet diesen Bereich ab. Wuttke zufolge können Besucher einen Sack mit Altkleidern an der Annahmestelle im Messe-Eingang Ost abgeben. Dafür erhalten sie einen Rabattgutschein in Höhe von acht Euro, den sie bei teilnehmenden Ausstellern des Future Fashion Bereichs einlösen können. Die abgegebene Altkleidung wird der Aktion Hoffnung der Diözese Rottenburg-Stuttgart zur Verfügung gestellt.

Wenig Wissen über den Wert der Kleidung

„Viele Menschen in Baden-Württemberg wissen nur wenig über den Wert ihrer Kleidung. Sie wissen nicht, dass die Produktion einer einzigen Jeans rund 7000 Liter Wasser verbraucht. Oder, dass im Schnitt nur ein Prozent des Kaufpreises für ein T-Shirt an die Arbeitenden geht, die es hergestellt haben“, sagt Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) zu den Hintergründen der Bewegung Future Fashion. „Wir wollen zeigen, dass wir alle durch den Konsum unserer Textilien automatisch in Beziehungen zu anderen Menschen, meist in Ländern des Globalen Südens, stehen. Damit tragen wir eine Verantwortung, auf die wir aufmerksam machen müssen“, erklärt Keil. Gleichzeitig gebe es immer mehr junge Slow-Fashion-Labels, die auf menschenwürdige, umweltverträgliche und langlebige Mode setzen und die damit mehr und mehr den Mainstream eroberten. Die Fair Handeln will in Kooperation mit der SEZ Aufklärungsarbeit leisten und Alternativen zur Fast Fashion Industrie aufzeigen. 

Hier vier Beispiele, dass es sich lohnt, auf öko-faire Kleidung zu setzen.

„Mit kleinen Dingen Großes bewirken.“ Dieser Slogan habe ihn dazu inspiriert, mit „Greenality“ ein eigenes Eco-Fashion Label auf die Beine zu stellen, erzählt Label-Gründer Markus Beck. Der Auslöser sei eine Dokumentation über Kinderarbeit und Ausbeutung in der Textilbranche gewesen und darauf „wollte ich mir unbedingt ein faires T-Shirt zulegen“. Aufgrund der damals recht überschaubaren Auswahl „habe ich kurzerhand mein eigenes Streetwear Label gegründet.“ Beck steht auf fair. Darum würden die Näherinnen und Näher sowie die Baumwoll-Bauern unserer Hersteller fair bezahlt, „sie haben geregelte Arbeitszeiten und einen festen Arbeitsvertrag“. Das Greenality-Team habe zwei grundlegende Ansprüche an unsere Bekleidung. Erstens sollte sie ökologisch hergestellt sein, „es werden also nachhaltige Materialien wie Biobaumwolle verwendet und umweltfreundlich weiterverarbeitet“. Dabei setzt Beck auf den Global Organic Textile Standard (GOTS), der strenge Standards wie das Verbot von Gentechnik oder von Pestiziden und anderen giftigen Chemikalien garantiere. Der zweite Aspekt bezieht sich auf die Menschen, hinter der angebotenen Kleidung - vom Baumwollbauern und der Textilarbeiterin bis zum Ladenverkäufer. Denn auch in ärmeren Ländern könne Fair Trade Kleidung produziert werden. Sie zeige Menschen den Weg aus der Armut statt die Ärmsten auszubeuten, wie es in der konventionellen Modeproduktion oft üblich sei. Deshalb „bieten wir Marken an, die auf unsere Werte setzen: faire Labels, die ,grün‘ denken und Gutes verbreiten. Mehr Infos unter www.greenality.de (Stand 7G11)

Produkte mit zertifizierter Bio-Baumwolle

Dem wird Stefan Niethammer, Geschäftsführer von 3 Freunde, nicht widersprechen. „Wir verwenden in allen unseren Baumwoll-Artikeln ausschließlich zertifizierte Fair Trade Biobaumwolle, so dass weder die Träger der Shirts noch die Umwelt mit Schadstoffen belastet werden.“ Auch bei der Weiterverarbeitung setze er auf den höchsten Standard: alle Verarbeitungsschritte bei der Produktion des T-Shirts seien nach GOTS-Richtlinien zertifiziert. „Unsere Waren werden von unabhängiger Seite zusätzlich geprüft.“ Die Käufer könnten sich also sicher sein, dass hinter unseren Aussagen Fakten stecken. Fair Trade sei das einzige unabhängige Siegel in diesem Bereich. Zur Philosophie von 3 Freunde gehöre auch die transparente Wertschöpfungskette. „Die Käufer können erkennen, wo die Sachen herkommen und können dies nachverfolgen.“ Das ist nicht für umsonst zu haben. „Wir zahlen höhere Preise als andere, haben dafür auch Menschen mit an Bord, die stolz auf ihre Arbeit sind. Und das merkt man. An jeder einzelnen Naht. Niethammer zufolge werden bei der Materialauswahl keine Kompromisse gemacht. „Lieber verzichten wir auf die Einführung eines neuen Produkts als unsere Ansprüche an Fair Trade und Nachhaltigkeit abzusenken.“ Wichtig sei zudem der Respekt für die Bedürfnisse aller Beteiligten und der entsprechenden Wertschätzung für die geleistete Arbeit und unsere Umwelt. Dabei sei die einzige Initiative, die sich für die Belange der Bauern und der Rohbaumwolle einsetzt, die internationale Fair Trade Bewegung. Das „Fair Trade certified cotton“ Siegel gewährleiste, dass die Bauern einen Mindestpreis für ihre Baumwolle erhielten, der ihnen ein Auskommen ermögliche. Mehr Infos am Stand 7F11 oder unter www.3freunde.de

Erste Fair Trade Wäschekollektion in Deutschland

Bei der Textilfirma Comazo aus Albstadt-Tailfingen steht neben der Produktion hochwertiger Wäsche die Befindlichkeit der Kundschaft im Mittelpunkt. Für das besondere „sich Wohlfühlen“ sei vor allem der Herstellungsprozess von Bedeutung, sagt Pressesprecherin Caroline Maier: „Das Gleichgewicht unserer Erde und ihre Bewahrung für kommende Generationen muss unser wichtigstes Anliegen sein.“ Es gehöre darum zur Philosophie von Comazo, dass die Produktion von Wäsche höchsten sozialen, human- und produktionsökologischen Standards folge. Zukünftigen Generationen soll eine intakte Umwelt übergeben werden. Jedes Wäscheteil aus der Produktion trage das Kennzeichen „Textiles Vertrauen - Schadstoff geprüfte Textilien nach Ökotex-Standard 100“. Es garantiere, dass Wäscheteile von Comazo keine Schadstoffe enthielten und für Menschen absolut unbedenklich seien. „Anfang 2009 wurde Comazo als erstes deutsches Wäscheunternehmen Fair Trade-lizenziert und führte mit ,comazo|earth‘ die erste Fair Trade-Wäsche-Kollektion aus fair gehandelter Biobaumwolle auf dem deutschen Markt ein“, bestätigt Maier. Bei der Auswahl von Lieferanten und Partnern sowie in den unternehmenseigenen Produktionsstätten lege die Firma größten Wert auf umweltschonende Herstellverfahren. Abwässer würden kontrolliert, vorgeklärt und danach der selbstgebauten oder städtischen Kläranlagen zugeführt. Ebenfalls 2009 wurde im Stammsitz in Albstadt eine Wärmerückgewinnungs-Anlage in Betrieb genommen, welche die Energieeffizienz optimiere und die CO2-Bilanz nachhaltig verbessere. „Bei Comazo sind wir stolz darauf, weltweit die neuesten Technologien zum Umweltschutz einzusetzen.“ Nicht nur das. Bei der Fair Trade Award Verleihung 2014 für herausragendes Engagement im fairen Handel erhielt Comazo den Publikumspreis. Mehr Infos am Stand 7F16 oder unter www.comazo.de/ 

Im humanitären Auftrag 

„[eyd] Clothing“ aus Stuttgart geht noch einen Schritt weiter. „Wir verkaufen Mode, die nicht nur bio und fair, sondern auch humanitär ist“, sagt Nathalie Schaller, Gründerin des Labels, denn „wir lassen ausschließlich in Werkstätten produzieren, die gezielt Opfer von Menschenhandel beschäftigen und diesen eine Perspektive bieten.“ Darüber hinaus spende [eyd] 25 Prozent des Gewinns an den Verein „Made for Humanity“, der sich wiederum um die Frauen in den Werkstätten kümmert. Ein Großteil der Kleidung entsteht Schaller zufolge im indischen Mumbai. „Unsere erste karitative Partnerwerkstatt wird dort von der Organisation ,Chaiim‘ geleitet. Frauen, die hier hinkommen, erlernen einen Beruf, werden therapeutisch betreut und werden ermutigt, ihr Leben selbst zu gestalten.“ [eyd] übernehme die Verantwortung für die Produktions- und Vertriebskette, vom Design über die Stoffe bis zum Verkauf. Die Stoffe, die in den Partnerwerkstätten verarbeitet würden, kämen von GOTS-zertifizierten Firmen. „Wir sind nicht nur fair zu Menschen, sondern auch zur Umwelt.“ Laut Schaller würden die Stoffe ökologisch korrekt hergestellt und „wir überzeugen uns regelmäßig selbst davon, dass die Produktion von Anfang bis Ende auf fairem Kurs ist“. Außerdem werde durch aktive Müllvermeidung und Kartonrecycling die Umwelt geschont. Mehr Infos am Stand 7F36 oder unter www.eyd-clothing.com 

Weitere Informationen unter: www.messe-stuttgart.de/fairhandeln/ 

#fair18

Bildunterschrift:

FJM_17_FH_P_015
FAIR HANDELN: Fair produzierte Kleidung im Fokus
BILDNACHWEIS MESSE STUTTGART

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