Wirtschaftsfaktor Gastveranstaltungen

22.08.2018

Seit dem Umzug auf die Fildern ist nicht nur der Umsatz der Messe Stuttgart gewachsen, es profitieren auch andere Gewerbe deutlich

Die Messe Stuttgart hat 2017 insgesamt 57 Messen auf ihrem Gelände am Flughafen Stuttgart veranstaltet. 22 davon waren sogenannte Gastmessen, im Gegensatz zu 35 Eigenmessen. Zu den 22 Gastmessen kommen rund 100 weitere Gastveranstaltungen im Jahr. Dazu zählen Kongresse, Firmenveranstaltungen, Aktionärsversammlungen, Preisverleihungen, Sport- und Musikevents.

„Eine Unterscheidung, die sich Besuchern und anderen Außenstehenden auf den ersten Blick gar nicht erschließt, finden doch beide Veranstaltungen auf dem Gelände der Messe Stuttgart statt“, weiß Stefan Lohnert, Bereichsleiter Gastveranstaltungen der Messe Stuttgart. Dabei ist der Unterschied gravierend. „Eigenmessen organisieren wir als Eigner des Messegeländes gemeinsam mit Messepartnern, wie Verbänden oder sonstigen Organisationen, selbst. Das heißt wir treten als Veranstalter auf, sind für die Inhalte der Messe verantwortlich und tragen das unternehmerische Risiko“, erklärt Lohnert dazu. Und weiter: „Eine Gastmesse dagegen wird von einem Veranstalter durchgeführt, der nicht über ein eigenes Messegelände verfügt, oder sich einen zusätzlichen Standort erschließen möchte. Er mietet bei uns lediglich die gewünschte Fläche in den Messehallen, oder die benötigten Räume im ICS Internationales Congresscentrum Stuttgart. Ergänzend kauft er sich dazu bei uns noch Dienstleistungen wie Standbau, Veranstaltungstechnik und ähnliches ein.“

Gesunde Mischung sichert Unternehmenserfolg

Gastveranstaltungen belegen im Schnitt rund 40 Prozent der Fläche des Messegeländes und des ICS. Im Jahr 2017 war es sogar fast die Hälfte, bedingt durch außergewöhnlich viele Gastveranstaltungen. Eine Mischung, die sich für die Messe Stuttgart ausgezahlt hat. „Wir haben diesen Mix bewusst angestrebt, weil er ideal ist für einen gesunden Messebetrieb. Die Umsätze aus den Gastveranstaltungen sind für uns eine wichtige Säule auf der Habenseite, das unternehmerische Risiko trägt in diesem Fall der externe Veranstalter. Dem Standort Baden-Württemberg geschuldet, der die prosperierendste Hightech-Region Europas ist, haben sich bei uns viele Gastveranstaltungen aus diesem Bereich, wie beispielsweise die Automotive Testing Expo, Motek, Control, Blechexpo oder die Composites Europe, eingekauft. Damit haben wir unser Ziel, der wichtigste Hightech-Messestandort in Deutschland zu werden, erreicht. Und es wird auch deutlich, dass Gastveranstaltungen nicht im Wettbewerb zu unseren Eigenmessen stehen, sondern das Portfolio am Standort ideal ergänzen“, umreißt Lohnert die Vorteile aus Unternehmenssicht. So bildet die Eigenmesse AMB, internationale Ausstellung für Metallbearbeitung, schwerpunktmäßig die spanabhebende Metallbearbeitung ab. Die Blechexpo des Messeveranstalters P.E. Schall dagegen beschäftigt sich mit der Prozesskette der kaltumformenden Blechbearbeitung.

Stadt Stuttgart profitiert via Umwegrentabilität

Nutznießer von Gastveranstaltungen ist nicht nur die Messe Stuttgart selbst sondern sind auch die Stadt Stuttgart und das Umland durch die Umwegrentabiliät. Wobei die Zahlen nur die Gesamtheit aller Veranstaltungen abbilden, eine Unterscheidung in Gast- und Eigenveranstaltungen lässt sich nicht treffen. Dazu Armin Dellnitz, Geschäftsführer der Stuttgart-Marketing und Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH: „Von den Messe-Gastveranstaltungen und ihren Besuchern profitieren, neben der Messe Stuttgart selbst,  auch die weiteren touristischen Anbieter der Region Stuttgart. Insgesamt fließen vom gesamttouristischen Umsatz der Region Stuttgart in Höhe von rund 5 Mrd. Euro  42 Prozent in den Einzelhandel, 38 Prozent in das Gastgewerbe und 20 Prozent in den Dienstleistungsbereich. Schließlich nutzen auch unsere Businessgäste große Teile der touristischen Infrastruktur. Neben der Hotellerie sind auch die gastronomischen Angebote stark gefragt. Und, sofern dem Gast bei seinem Businesstrip noch etwas Zeit bleibt, auch Shopping- Kultur- und Freizeitangebote.“

Direkte Investitionen in die Hotelinfrastruktur in Leinfelden-Echterdingen

Anders sieht es bei der an das Messegelände angrenzenden Stadt Leinfelden-Echterdingen aus. Sie hat ihr Hotelzimmerkontingent seit der Ansiedelung der Messe Stuttgart auf den Fildern 2007 massiv erweitert und die Auslastung bestehender Kontingente deutlich verbessern können. Die Übernachtungszahlen sind von 151.391 in 2007 auf 532.256 im Jahr 2017 angestiegen. Seit dem Jahr 2008 wurden fünf neue Hotels gebaut: ein Parkhotel, ein Ibis-Hotel, ein Holiday Inn Express, ein Dorint-Hotel und ein Moxy-Hotel. Das Mövenpick-Airport-Hotel baut derzeit ein weiteres Hotel direkt an der Messepiazza, das 2019 eröffnet werden soll und über 326 weitere Zimmer verfügen wird. „Die Bandbreite des Hotelangebotes in unserer Stadt reicht von 4-Sterne-plus über 3-Sterne, 2-Sterne-superior bis hin zu kleinen Privathotels und Pensionen mit ebenfalls guter Ausstattung“, ist Sabine Friedrich vom Stadtmarketing Leinfelden-Echterdingen erfreut. Aus der Zunahme der Hotelgäste konnten innovative Einzelhändler am Ort sogar neue Geschäftsmodelle entwickeln. „Ein Herrenausstatter beispielsweise zeigt im Mövenpick-Airport-Hotel in einer Vitrine eine Auswahl seines Angebotes und bietet bei einem Notfall an, mit einer Auswahl an Hemden und Krawatten zum Kunden ins Hotel zu kommen. Es scheint sich zu lohnen, auch wenn der Service nicht oft genutzt wird. Die meisten Kunden kaufen dann aber gleich mehr als nur ein Hemd“, weiß Friedrich aus erster Hand zu berichten. Auswirkungen hat die Messe Stuttgart auch auf das Taxigewerbe. Es kann bei Fachmessen regelmäßig eine höhere Fahrgastquote verzeichnen. Und auch der Flughafen Stuttgart profitiert von internationalen Veranstaltungen, die das Fluggastaufkommen vor allem außerhalb der Feriensaison, wo diese Messen in der Regel stattfinden, zunehmen lässt. Ein Effekt, der auch für die dortige Gastronomie  spürbar wird.

Dass es im neuen Mövenpick-Hotel auch diverse Kongressräume unterschiedlicher Größe geben wird, unmittelbar neben dem ICS, sieht man bei der Messe als Bereicherung. „Wenn sich der Campus Flughafen Stuttgart als ein Ort etabliert, der für viele Veranstaltungen ein ideales Angebot bietet, profitieren am Ende alle hier ansässigen Player“, ist Lohnert überzeugt. „Gemeinsam schaffen wir ein ideales Umfeld und der Kunde entscheidet, was für ihn am besten passt“, ist die Maxime des Bereichsleiters Gastveranstaltungen.

Bildunterschriften:

GV_18_PM10_Wirtschaftsfaktor_Bild_1 (Chart): Betrachtet man die Ankünfte und Übernachtungen in Leinfelden-Echterdingen wird deutlich, dass sich seit der Eröffnung der Messe Stuttgart im Juni 2007 die Übernachtungszahlen steil nach oben bewegen. Einzig in der Wirtschaftskrise 2009 gab es einen kleinen Rückgang (Bildnachweis: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg/Stuttgart-Marketing).

GV_18_PM10_Wirtschaftsfaktor_ Bild_2 (Blechexpo): Die Blechexpo, im Verbund mit der Schweisstec, war 2007 die erste Gastveranstaltung auf dem neuen Gelände der Messe Stuttgart und findet bis heute dort statt. Die gesamte Prozesskette der kaltumformenden Blechbearbeitung steht bei der Blechexpo im Mittelpunkt (Bildnachweis: P.E. Schall GmbH & Co. KG).

GV_18_PM10_Wirtschaftsfaktor_Bild_3 (AMB): Die internationale Ausstellung für Metallbearbeitung AMB zeigt die spanabhebende Metallbearbeitung inklusive der Peripherieprozesse. Die klare Abgrenzung zur Blechexpo sorgt für eine perfekte Ausgewogenheit in Sachen Metallbearbeitung am Standort Messe Stuttgart (Bildnachweis: Messe Stuttgart)

Über das ICS der Messe Stuttgart:
Erreichbarkeit, Größe und Vielseitigkeit: Das zeichnet die Messe Stuttgart aus. Mit rund 131 Millionen Euro Gesamtertrag und 17 Millionen Euro Ergebnis gehört die Messe Stuttgart zu den führenden deutschen Messegesellschaften. Jährlich präsentieren sich mehr als 22.500 Aussteller auf einer Hallenfläche von 120.000 m², auf 40.000 m² Freifläche und in rund 33 flexibel nutzbaren Räumen im angeschlossenen ICS Internationales Congresscenter Stuttgart bis zu 1,2 Millionen Besuchern. Die Lage des nachhaltig gebauten Messe- und Kongresszentrums unmittelbar am Flughafen Stuttgart, mit direkter Anbindung an die Autobahn A 8 und den ÖPNV, bietet optimale Bedingungen für An- und Abreise. Im ICS haben bis zu 10.000 Besucher Platz. Die Messe Stuttgart mit dem ICS ist ein international gefragter Standort für hochrangige Messen, Kongresse, Tagungen, Firmenveranstaltungen und Events aller Art.

Hinweis an die Redaktionen:
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