Hefex Labs zeigt neue KI-gestützte Pick-and-Place-Maschine auf der EFX 2026
PCB-Prototyping ist für viele Elektronikentwicklungsteams bis heute ein Nadelöhr. Die Bestückung von Hand bindet wertvolle Entwicklungszeit und stößt bei kleinen Bauteilen und komplexeren Boards zunehmend an ihre Grenzen. Industrielle Pick-and-Place-Anlagen sind dagegen vor allem für die Serienfertigung optimiert: Sind sie einmal eingerichtet, bestücken sie Leiterplatten mit hoher Geschwindigkeit. Für einzelne Prototypen und häufig wechselnde Baugruppen steht dieser Geschwindigkeit jedoch ein hoher Rüstaufwand gegenüber. Die externe Bestückung wiederum verlängert Iterationszyklen und kommt bei sensiblen Designdaten nicht immer infrage.
Die Hefex Labs GmbH aus Garching bei München hat deshalb eine Pick-and-Place-Maschine von Grund auf für das PCB-Prototyping entwickelt. Im Mittelpunkt stehen drei grundlegende Unterschiede zu klassischen Systemen: kein Pick-and-Place-Fachwissen erforderlich, bis zu 90 Prozent weniger Rüstzeit und eine flexible Bauteilzuführung.
Auf der EFX in Stuttgart (Halle 9, Stand C24) zeigt Hefex Labs die Maschine live im Betrieb.
Die Komplexität wandert vom Nutzer zur Maschine
Klassische Pick-and-Place-Systeme setzen entsprechendes Fachwissen voraus. Bauteile müssen definiert zugeführt, Feeder eingerichtet und Placement-Programme für den jeweiligen Job vorbereitet werden.
Hefex dreht dieses Prinzip um. Die Software führt den Anwender Schritt für Schritt durch den Bestückungsprozess und übernimmt einen großen Teil der Komplexität, die bei klassischen Anlagen beim Bediener liegt. Dadurch ist für die Bedienung der Maschine kein vorheriges Pick-and-Place-Fachwissen erforderlich.
Mithilfe von Computer Vision erkennt Hefex die bereitgestellten elektronischen Bauteile und gleicht sie automatisch mit den hochgeladenen Designdaten ab (z.B. ODB++). Ein manuelles Anlernen jedes einzelnen Bauteiltyps ist nicht erforderlich.
Bis zu 90 Prozent weniger Rüstzeit
Der neue Ansatz reduziert vor allem die Zeit, die vor der eigentlichen Bestückung benötigt wird. Während die Vorbereitung eines neuen Jobs auf konventionellen Systemen je nach Baugruppe mehr als 90 Minuten in Anspruch nehmen kann, benötigt Hefex rund zehn Minuten. Das entspricht einer Reduktion der Rüstzeit um bis zu 90 Prozent.
Gerade beim PCB-Prototyping ist dieser Unterschied entscheidend. Bei kleinen Stückzahlen ist nicht die maximale Anzahl platzierter Bauteile pro Stunde der wichtigste Faktor, sondern wie schnell eine neue Bestückung tatsächlich gestartet werden kann. Hefex Labs wurde deshalb nicht primär auf maximale Bestückungsgeschwindigkeit, sondern auf einen möglichst einfachen und schnellen Weg von den vorhandenen Bauteilen zur bestückten Leiterplatte entwickelt.
Reels, Tape, Trays oder lose Bauteile
Ein weiterer zentraler Unterschied ist die Bauteilzuführung. Bei Prototypen liegen Komponenten selten so vor wie in einer Serienproduktion. Manche Bauteile kommen auf Reels, andere als kurze Tape-Abschnitte, im Tray oder einzeln.
Hefex ist genau für diesen Arbeitsalltag ausgelegt. Reels, Tape-Abschnitte, Trays und lose Bauteile können flexibel kombiniert und so bereitgestellt werden, wie sie gerade zur Hand sind. Die Computer-Vision-Technologie ermöglicht es der Maschine, die Komponenten zu erkennen und dem jeweiligen Bestückungsjob zuzuordnen.
Damit entfällt ein wesentlicher Teil der Vorbereitung, die bei klassischen Pick-and-Place-Systemen gerade bei Prototypen einen unverhältnismäßig großen Anteil der Gesamtzeit ausmacht.
Entwickelt für schnelles PCB-Prototyping
Hefex richtet sich an Unternehmen und Entwicklungsteams, bei denen kleine Stückzahlen, häufig wechselnde Designs und schnelle Iterationen zum Alltag gehören. Dazu zählen Elektronikentwicklungs- und R&D-Teams, die Prototypen direkt nach einer Designänderung im eigenen Haus aufbauen möchten, ebenso wie Engineering-Dienstleister und Forschungseinrichtungen. EMS-Dienstleister können mit Hefex Prototypen und Kleinstserien bestücken, ohne dafür ihre auf Serienfertigung optimierten Produktionslinien umrüsten zu müssen.
Auch für Unternehmen aus Bereichen wie Defence und Aerospace kann die Inhouse-Bestückung relevant sein, wenn sensible Entwicklungs- und Designdaten nicht an externe Fertigungspartner weitergegeben werden sollen.
Neuer Ansatz erstmals öffentlich zu sehen
In den vergangenen Monaten hat das Team von Hefex Labs intensiv an seinem neuen Ansatz für das PCB-Prototyping gearbeitet. Das Ergebnis ist ein funktionsfähiger MVP, der Leiterplatten bereits heute automatisiert bestücken kann. Am 22. September 2026 wurde die Maschine erstmals öffentlich vorgestellt. Auf der EFX können Fachbesucher sie nun live im Betrieb erleben.
„Wir haben in den vergangenen Monaten intensiv an einem neuen Ansatz für Pick-and-Place im PCB-Prototyping gearbeitet und freuen uns sehr, ihn jetzt erstmals öffentlich zu zeigen“, sagt Daniel Spitze, CEO der Hefex Labs GmbH. „Unser Ziel war von Anfang an, die Komplexität vom Nutzer in die Maschine zu verlagern. Kein Pick-and-Place-Fachwissen, deutlich weniger Rüstzeit und die Möglichkeit, Bauteile so zu verwenden, wie sie tatsächlich auf dem Labortisch liegen – genau das können Besucher auf der EFX jetzt live sehen.“
Erster limitierter Produktionsbatch für Vorbestellungen geöffnet
Mit der öffentlichen Vorstellung öffnet Hefex den ersten limitierten Produktionsbatch für Vorbestellungen. Bis Ende des ersten Halbjahres 2027 wird der aktuelle Entwicklungsstand zum Serienprodukt weiterentwickelt und die ersten Maschinen werden ausgeliefert.
Interessierte Unternehmen können die Maschine auf der EFX am Stand C24 live erleben und direkt mit dem Hefex-Team über Vorbestellungen, technische Anforderungen, Lieferumfang und Konditionen sprechen.
zurück zur Übersicht
