Historie der Messe Stuttgart

Gründung

Wirtschaftswunder

Erweiterungen in den 80ern

Computerzeitalter

Mauerfall

Internationalisierung

Neue Messe Stuttgart

Tochtergesellschaften

Nachhaltiges Handeln

75-jähriges Bestehen

80-jähriges Jubiläum

Messe Stuttgart: Mehr als acht Jahrzehnte Schaufenster für die Märkte der Welt und Spiegel der Wirtschaftsgeschichte

Gegründet am 28. Mai 1940 als Stuttgarter Ausstellungs-GmbH sind die Anfänge der heutigen Messe Stuttgart schwierig. Mitten im Zweiten Weltkrieg gibt es nur wenige kleine Ausstellungen am früheren Standort auf dem Killesberg, im Zentrum Stuttgarts. Schließlich wird das Gelände 1942 zerstört. Nach Kriegsende folgt der Wiederaufbau und das erste Großereignis: 1950 findet die Deutsche Gartenschau statt. Weitere Messehallen werden gebaut. Der Süddeutsche Rundfunk (SDR) erhält eine Interimsheimat und sendet vom Killesberg, bis zu seinem Umzug in die neuen Studios der Villa Berg.

Die 50er-Jahre – die Messe Stuttgart kommt in Fahrt

Und dann kommt so richtig Leben in die Messehallen. Highlight der 50er-Jahre ist ein Auftritt der Rock-‘n‘-Roll-Legende Bill Haley. Überhaupt bringt die Wirtschaftswunderzeit viele neue Messen hervor, von denen sich nicht alle dauerhaft am Markt etablieren können. Bis heute im Veranstaltungsportfolio zu finden ist jedoch: Der Häusliche Kreis (1957) heute als Familie & Heim bekannt, Die Fleischerei-Fachausstellung (1953), heute unter dem Namen SÜFFA ein Begriff, oder auch die Internationale Fachausstellung Flüssiges Obst, heute der Fruchtsaftbereich der INTERVITIS INTERFRUCTA. In den 60er-Jahren folgen die Vorläufermessen der CMT, der R+T und der INTERGASTRA, ebenfalls Themen mit Bestand und drei Messen, die zu den Führenden ihrer Branche zählen.

Die 70er-Jahre bringen wiederum neue Themen hervor: die Publikumsmessen. Es formiert sich die heutige CMT, die weltweit größte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit. Dein Garten, Elektro-Hobby und Modellbau-Süd sind auch heute erfolgreich als Teil des Stuttgarter MesseHerbst oder der Stuttgarter Frühjahrsmessen.

Bauliche und thematische Erweiterung in den 80ern

Der Platz wird knapp und so erfolgt Anfang der 80er-Jahre der Bau eines Verwaltungsgebäudes, des Messe Congress Centrum A und des Messe Congress Centrum B. „Expansion in Qualität und Internationalität“ ist das Credo. Die beginnende Wissens- und Informationsgesellschaft braucht Platz und ein zeitgemäßes Ambiente. Auch Kultur und Sport spielen eine immer größere Rolle. Der Gemeinderat beschließt deshalb die Liederhalle sowie deren Kongress- und Tagungsbüro an die Messe Stuttgart anzudocken, um eine noch professionellere Vermarktung aus einer Hand zu bieten. Es folgen die Hanns-Martin-Schleyer-Halle (heute Schleyer-Halle), die Stadtwerbung (Stuttgart Marketing), Easy Ticket und das Landwirtschaftliche Hauptfest.

Aus der Stuttgarter Messe- und Ausstellungs-GmbH wird damit die Stuttgarter Messe- und Kongress-Gesellschaft (SMK). Im Jahr 1983 kommt die Industrie- und Handwerkskammer Mittlerer Neckar als Mitgesellschafter hinzu, 1987 auch das Land Baden-Württemberg. Bereits ein Jahr zuvor, 1986, wird die private Durchführungsgesellschaft für Messen und Ausstellungen (DURMA) erworben, die ihren Namen in DURMA Messe Stuttgart International ändert. Dieser Zukauf treibt die Internationalisierung des Messegeschäfts weiter voran.

Computertechnologie in der Fertigung und neue Handwerksmessen

Die 80er-Jahre sind geprägt von Technologie- und Handwerksmessen. Die AMB, internationale Ausstellung für Metallbearbeitung, startet 1982 ihre Erfolgsgeschichte. Mit dem Beginn des Computerzeitalters entstehen neue Messethemen, wie beispielsweise die CAT (Computer Added Technology) für die fertigungstechnische Industrie oder die Ident/Vision, heute als VISION, die Weltleitmesse für industrielle Bildverarbeitung, bekannt. Und natürlich die Telematica 84, die den Nerv der Zeit trifft. Nicht nur in der Industrie, auch im Handwerk ist Bewegung. Stellvertretend für viele neu entstandene Veranstaltungen in dieser Zeit sind die SÜFFA, Fachmesse für das Fleischerhandwerk (1984) und die eltefa, Fachmesse für Elektrotechnik und Elektronik, zu nennen.

Mauerfall beschert zusätzliche Marktplätze

Geschichtliches Highlight ist 1989 der Mauerfall und in diesem Zuge die Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland. Entsprechend dynamisch sind die 90er-Jahre. Nachdem bereits Messen in Leipzig und Dresden durchgeführt wurden, ist der Einstieg in den Boommarkt Ost für die Messe Stuttgart relativ leicht. Die Interpharm Leipzig, die Sachsenback und die Fachdental in Dresden sind erste Veranstaltungen, die sich im Osten etablieren können. Die Dekade von 1991 bis 2001 ist von stetigem Wachstum geprägt, verursacht durch den europäischen Binnenmarkt, erhöhtem Güterbedarf der Reformstaaten im Osten und aufstrebender asiatischer Länder, allen voran China und Indien. Faktoren, die für eine gute Marktlage sorgen.

Schließlich bricht sich das Internet Bahn, die Messe Stuttgart ist seit 1996 auch online am Markt unterwegs. Entsprechend entstehen neue Messethemen: das Kommunikationsquartett Multimedia Market, Werbetechnik, W & N Internationale Fachmesse für Lichtwerbung, Digitaldruck, Werbe- und Präsentationstechnik und Das moderne Büro.

Jahrtausendwende fokussiert weitere Internationalisierung

Für die erste Dekade des neuen Jahrtausends stehen Internationalisierung, Weiterentwicklung der Fachmessen, Wachstum im Kongressbereich und Internet-Services für AusstellerInnen und BesucherInnen auf der Agenda. Seit 1999 gibt es eine Vertretung in Shanghai, seit 2001 auch in Moskau. Die Messe Stuttgart verfügt mittlerweile über ein weltweites Vertreternetzwerk in über 50 Ländern.

Ableger der erfolgreichen Stuttgarter Messen fassen im Ausland Fuß. So findet 2005 die erste R+T in Shanghai statt, INTERGASTRA und Interbad kooperieren mit Moskau und die INTERVITIS INTERFRUCTA wird nach Chile, Österreich und Südafrika exportiert.

Umzug an den Flughafen

Wichtigster Meilenstein ist jedoch 2004 der Beginn des Baus der Neuen Messe Stuttgart dem heutigen Standort direkt am Flughafen. Bis 2007 entstehen sieben Standardhallen und die doppelt so große Halle 1, das L-Bank-Forum. Mit geschwungenen Dächern fügen sie sich  harmonisch in die Filderlandschaft ein . Hinzu kommt als Kommunikations- und Veranstaltungszentrum das ICS Internationales Congresscenter Stuttgart. Im Juni 2007 wird der Messebetrieb aufgenommen mit der Messe Blechexpo von Gastveranstalter P.E. Schall GmbH und der Eigenmesse Minat der Messe Stuttgart.

Das gesteckte Zehn-Jahres-Umsatzziel wird trotz Wirtschaftskrise 2008 bereits nach drei Jahren erreicht und übertroffen. Europas modernstes Messe- und Kongresszentrum entwickelt eine große Strahlkraft. 17 neue Messethemen können allein 2007 und 2008 platziert werden - ein Rekord in der deutschen Messelandschaft. Hinzu kommen 13 Gastveranstaltungen, die ebenfalls die Vorzüge des neuen Geländes wie die Lage direkt am Flughafen Stuttgart und an der Autobahn A8 zwischen den Frankfurt und München zu schätzen wissen.  

Messe Stuttgart weltweit

Um die Internationalisierung weiter auszubauen, gründet die Messe Stuttgart 2009 ihre erste ausländische Tochtergesellschaft in der Türkei, die Messe Stuttgart Ares Furarcilik.

Anfang 2010 folgt die Gründung einer Tochtergesellschaft in China, die seit 2012 auch den Betrieb des Messegeländes in Nanjing umfasst. Im Portfolio dort sind die AMB China, die Tourismusmesse CMT China, die Logistikmesse Logimat China und die Baumesse Nanjing Building Fair.

Seit August 2013 hat die Messe Stuttgart auch eine Tochtergesellschaft in den USA.

Nachhaltiges Handeln wird zum zentralen Thema

Mit dem Umzug auf das neue Messegelände verschreibt sich die Messe Stuttgart verstärkt dem Thema Nachhaltigkeit. Auf den Dächern der Messehallen und des Bosch-Parkhauses sind Solarzellen zur Stromgewinnung installiert, es wurden Stromtankstellen für E-Autos und E-Fahrräder eingerichtet, im Verwaltungsgebäude gibt es Stromsparlampen, die Mitarbeitenden wurden für Einsparungen beim Papierverbrauch sensibilisiert und Tischdrucker abgeschafft. Seit kurzem gibt es auch eine RegioRad-Station am Messeeingang West. Die Messe Stuttgart ist seit 2020 offiziell als klimaneutraler Messestandort zertifiziert.

75 Jahre erfolgreiche Messen in Stuttgart

2015 feiert die Messe Stuttgart 75-jähriges Bestehen mit einer umfangreich bebilderten Festschrift zur Chronik der Messe Stuttgart.

Die Moulding Expo, internationale Fachmesse für Werkzeug-, Modell- und Formenbau, geht im selben Jahr erstmals an den Start.

2016 folgt der Bau einer weiteren Messehalle. Sie wird als Paul Horn Halle 2018 mit der CMT offiziell eröffnet und komplettiert als zehnte Messehalle die Symmetrie der Geländearchitektur. Die Messe Stuttgart verfügt damit über 120.000 Bruttoquadratmeter Hallenfläche.

Weitere Zukunftsthemen wie die MedtecLIVE, die GrindingHub, die CastForge oder die f-cell finden ihren Platz auf dem Stuttgarter Messegelände.

Feierlichkeiten zum 80sten Geburtstag müssen leider ausfallen

Das 80-Jahre-Jubiläum der Messe Stuttgart im Jahr 2020 wurde von der Corona-Pandemie überschattet. Ohne diese Zäsur wäre 2020 zu einem neuen Rekordjahr in Sachen Gesamtumsatz und Gewinn geworden.