Mit dem Demokratie-Mobil durch Deutschland

15.01.2019 - 13:58

Kirchen informieren auf der CMT in Stuttgart über Grundrechte und Demokratie / Aktion für Menschenrechte und gegen Populismus

Das Grundgesetz feiert in diesem Jahr 70. Geburtstag. Dieses Jubiläum haben sich die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Evangelische Landeskirche in Württemberg zum Anlass genommen, um mit einem umgebauten Fahrzeug, das der oberschwäbische Hersteller Hymer zur Verfügung stellt, für ein Jahr durch Baden-Württemberg zu ziehen. Ziel ist es, im Rahmen dieser Rundreise auf unterschiedlichen Veranstaltungen mit Interessierten zu den Themen Demokratie und Grundrechte ins Gespräch zu kommen.

Demokratie-Mobil auf der CMT

Die erste Station des Demokratie-Mobils ist die Stuttgarter CMT, wo Dr. Joachim Drumm von der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Dr. Norbert Lurz von der Evangelischen Landeskirche Württemberg mit verschiedenen  Referentinnen und Referenten die Themen Tourismus und Urlaub ethisch hinterfragen. „Demokratie braucht wache Demokraten“, betonte Drumm die Wichtigkeit des Projekts beim Pressegespräch am 15. Januar.

Um das Demokratiebewusstsein bei der gesellschaftlichen Mitte weiter zu stärken, suchen die Organisatoren des Projekts ganz bewusst den Dialog mit den Bürgern. „Leute erzählen, warum ihnen ein bestimmter Artikel des Grundgesetzes besonders wichtig ist“, so Drumm. Die persönlichen Gespräche seien es, die das Denken in den Köpfen der Besucher des Demokratie-Mobils anregten.

Hanna Olbrich, Projektleiterin des Demokratie-Mobils, erklärte, die Tour durch Baden-Württemberg sei deshalb so wichtig, da „man jeden Menschen, jede Meinung, jede Sichtweise aufnehmen, anschauen und diskutieren kann“.  Dazu stehen in der mobilen Begegnungsstätte Spiele, Puzzle, unterschiedlich aufbereitete Grundgesetz-Artikel und vor allem die Möglichkeit zum Gespräch zur Verfügung. Das Fahrzeug wird im Laufe des Jahres auf Marktplätzen, zu Events und in Schulen gastieren und dort sowohl zum Dialog auffordern als auch eine Hör- und Sprechstelle für Interessierte sein.

Kirche im politischen Auftrag unterwegs

„Es geht hier nicht um eine kirchliche Veranstaltung“, stellte Lurz klar. Es sei jedoch ebenso Aufgabe der Kirche „Flagge zu zeigen bei Stärkung der Demokratie und Menschenrechte“. Die Rolle der Kirche in der politischen Aufklärung sei deshalb so wichtig, da diese als Institution flächendeckend in den Gemeinden und Kommunen vor Ort sei und damit in direktem Kontakt zu den Bürgern stünden. In ebendiese flächendeckende Kommunikation des Themas Demokratie beziehen die Organisatoren alle Altersgruppen ein. „Wir haben vor, einen Wettbewerb für Schulen auszuschreiben aber sind auch aktiv in der Erwachsenen- und Seniorenbildung“, beschrieb Lurz das weitere Vorgehen der Initiative ‚Farbe bekennen! Für Demokratie und eine offene Gesellschaft`, die seit 2017 aktiv ist.

Drumm legte Wert darauf, dass sich das Demokratie-Mobil keinesfalls gegen jemanden wende: „Es ist vielmehr für alle“. Die Kirchen seien bewusst keine Kooperation mit Parteien eingegangen, da das Thema parteiübergreifend behandelt werden müsse. Die über 50 Partner der Aktion, zu denen auch die Urlaubsmesse CMT gehört, seien daher vor allem zivilgesellschaftliche Organisationen und Verbände.

Das Demokratie-Mobil kann das ganze Jahr über von Verbänden und Organisationen für vor Ort-Aktionen gebucht werden. Ab Mitte des Jahres soll es verstärkt in baden-württembergischen Schulen eingesetzt werden, „um auch gerade jungen Menschen diesen demokratischen Wert zu verdeutlichen“, erklärte Lurz.

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