„Mit kräftigem Schwung ins neue Jahrzehnt!“

13.01.2020 - 13:19

Der deutsche Caravaning-Markt boomt: Auf der CMT blickt die Branche zuversichtlich in die kommende Saison / 87.000 Neuzulassungen angestrebt

Die deutsche Caravan- und Reisemobilindustrie kann sich über das sechste Wachstumsjahr in Folge freuen: Mit einem Gesamtumsatz von fast 11,7 Milliarden Euro, sensationellen 125.000 produzierten Fahrzeugen und knapp 81.000 Neuzulassungen im Inland ist ein neuer Rekordwert erreicht, der das Top-Ergebnis des Vorjahres mit einem satten Plus in den Schatten stellt. Neben den Caravans (rund 27.000 neuzugelassene Einheiten, plus 10,7 Prozent) beschrieben vor allem die Reisemobile eine steile Aufwärtskurve (rund 54.000 Einheiten, plus 15,1 Prozent). Hier wurde erstmals sogar der weltgrößte Markt USA überholt.

Besonders stark sei das Interesse bei den sogenannten Millenials, der heute Anfang Zwanzig- bis Ende Dreißigjährigen, sagte Hermann Pfaff, Präsident des Deutschen Caravaning Industrie Verbands e.V., bei dessen alljährlicher Pressekonferenz am Montag (13. Januar) auf der CMT in Stuttgart. „Wir starten mit kräftigem Schwung ins neue Jahrzehnt. Dennoch ist 2019 kein ein Selbstläufer, denn das wirtschaftlich-politische Umfeld bleibt volatil.“ Als Unsicherheitsfaktoren nannte Pfaff etwa den bevorstehenden Brexit, das US-chinesische Verhältnis und die Krise im Nahen Osten. 

Caravaning als „nachhaltige Urlaubsform“

Auch die laufende Diskussion zur Klimapolitik betrachte man „mit Ernsthaftigkeit“, betonte Pfaff. Allerdings sei die Klimabilanz eines Caravaning-Urlaubs „ausgesprochen gut“ – und schnitte im Vergleich zu anderen Urlaubsformen „sogar besser“ ab.

Bei 35 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen im Jahre 2019 stelle es jedoch „eine Herausforderung“ dar, die hiesige Infrastruktur den steigenden Neuzulassungszahlen, wachsenden Beständen und sich wandelnden Kundenwünschen anzupassen. Man erhoffe sich daher positive Signale aus der Politik, insbesondere, weil „Caravaning die Möglichkeit bietet, strukturschwache Regionen durch nachhaltige Urlaubsangebote zu entwickeln“.

„Fortsetzung der hohen Nachfrage“ erwartet

In die kommende Saison blicken die Verbandsmitglieder äußerst zuversichtlich: Rund 80 Prozent rechneten jedenfalls in Deutschland mit „einer Fortsetzung der hohen Nachfrage“, so Pfaff. Am heimischen Markt strebe man „eine Marke von insgesamt 87.000 Neuzulassungen“ an. Auch 2020 wolle man „mit dem perfekten Gefährt für den nächsten Urlaub überzeugen“. Die Aussichten für Europa würden hingegen etwas „verhaltener“ bewertet.

Europäischer Markt: „Stabilisierung auf hohem Niveau“

„Trotz rückläufiger Entwicklungen auf einigen Märkten“ zeigten die europäischen Zahlen für die deutschen Hersteller „eine Stabilisierung auf hohem Niveau“, beruhigte anschließend CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso. Zwar habe vor allem der traditionell starke britische Markt durch den Brexit „Federn gelassen“, was sich jedoch durch die über das vergangene Jahrzehnt gewachsene Bedeutung des deutschen Markts mehr als ausgleiche. Bei den Neuzulassungen habe sich der gesamteuropäische Markt 2019 mit 210.000 Fahrzeugen (plus 4,1 Prozent) seinem bislang ungebrochenen Rekord aus dem Jahre 1980 genähert.

Sowohl bei den Caravans als auch bei den Reisemobilen liegt Marktführer Deutschland bei den Zulassungen unangefochten an der Spitze, mit gewaltigem Abstand zu Großbritannien und Frankreich, den Plätzen zwei und drei. Entsprechend positiv fällt auch die Europa-Prognose des Geschäftsführers aus: „Getrieben vom starken deutschen Markt rechnen wir für 2020 mit über 220.000 Neuzulassungen.“

www.civd.de

www.caravaning-info.de

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