„Goldstandard in Sachen Tourismus“

12.01.2019 - 14:29

Mit neuen Trends in eine erfolgreiche Zukunft: Eröffnung der CMT 2019 in Stuttgart / Herausforderungen auf regionaler, Landes- und Bundesebene

Die Reisefreudigkeit der Deutschen hält weiter an – besonders im Süden zieht es die Menschen regelmäßig in ferne Länder, attraktive Städte oder einfach nur raus ins Grüne. „Reisen bildet, Reisen verändert“, sagte Fritz Kuhn, Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart, am Samstag, 12. Januar, bei der Eröffnungsfeier der diesjährigen CMT. „Es ist daher eine Ehre für unsere Stadt, dass wir diese Messe hier haben.“ Immer mehr Menschen besuchten die Region, allein in Stuttgart habe man im vergangenen Jahr vier Millionen Übernachtungen verzeichnet. Daher gelte es, „auf die Qualität des Tourismus zu achten, damit er Städten und Regionen nicht schadet“, und sich gut zu informieren. Internetportale und andere digitale Angebote könnten nicht leisten, was eine Messe biete, nämlich den direkten Austausch von Mensch zu Mensch. „Deshalb kommen so viele Leute zur CMT.“ 

Messe-Geschäftsführer Roland Bleinroth darf für diese CMT-Ausgabe zunächst einen neuen Ausstellerrekord verbuchen: Insgesamt 2207 Anbieter aus mehr als 100 Ländern machen die weltgrößte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit 2019 erneut zur Drehscheibe von internationalem Format – mit klarem Bezug in die weitere Region und zu den europäischen Nachbarn. Er freue sich „auf eine tolle CMT, wenn die Welt wieder zu Gast in Stuttgart ist“, sagte Bleinroth.

Wolf: „Natur pur“ in Baden-Württemberg

Als stolzer Landesgastgeber zeigte sich Guido Wolf, Minister der Justiz und für Europa, in dessen Ressort auch der Tourismus fällt. Die CMT biete „auf einen Blick Begegnungen mit Ländern der ganzen Welt, führt uns aber auch selbst vor Augen, was uns in Baden-Württemberg ausmacht“. Mit dem CMT-Schwerpunktthema Outdoor Spezial könne Baden-Württemberg glänzen, biete das Land doch reichlich „Natur pur“.

Der auf der diesjährigen CMT erstmals vergebene Outdoor Award solle „die Anbieter zu Höchstleistungen anspornen“ und gleichzeitig den Gästen Orientierung bieten. Allgemein beschreibe der Tourismus im Lande seit mehreren Jahren eine erfolgreiche Entwicklung. Die CMT sei „das Schaufenster für die Reize unseres Landes“, eine „Marke mit Tradition, einer unverändert erfolgreichen Tradition“. Die erneute Auszeichnung als beste deutsche Reisemesse durch das Corps Touristique unterstreiche, dass die Messe den „Goldstandard in Sachen Tourismus“ darstelle.

Bareiß: „Rekordjahr“ 2018

Mit 417 Millionen Übernachtungen in Deutschland sei 2018 „wieder ein Rekordjahr“ gewesen, sagte Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung. „Unser Land ist sehr begehrt.“ So liege man etwa im Bereich des Kultur- oder Geschäftstourismus an der Spitze. Dieser Erfolg spiegle sich auch wirtschaftlich wider: „Drei Millionen Menschen arbeiten im Tourismus, aber es gibt Herausforderungen. Wir müssen mehr tun.“ Insbesondere gelte es, die Digitalisierung und die gezielte Steuerung der Tourismusströme weiter voranzutreiben, aber auch, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Er sei daher „dankbar, dass wir mit dem neuen Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes viel für die Zukunft des Tourismus tun können“. Unter anderem wolle man die Akzeptanz des Tourismus bei den Menschen vor Ort stärken.

Mergel: Bundesgartenschau als „Expo des Südens“

Den Bogen zur Wirtschaft schlug auch Harry Mergel, Oberbürgermeister der Stadt Heilbronn, Gastgeberin der diesjährigen Bundesgartenschau. „2019 wird ein besonderes Jahr für Stadt und Land, denn seit 42 Jahren gibt es erstmals wieder eine Bundesgartenschau in Baden-Württemberg“, sagte er. Die „BUGA“, Kulturpartner der CMT 2019, sei dabei eine Art „Expo des Südens“, denn nicht zuletzt gehe es dort um Zukunftsfragen. Es handele sich um die „Leistungsschau einer wirtschaftsstarken Region mit vielen Weltmarktführern, die sich alle mit Zukunftsfragen befassen“. Ende März feiere man zudem die Eröffnung der Experimenta, „Europas größtem und modernstem Science-Center, einer hervorragenden Einrichtung für das Land.“

Caravaning-Partnerregion Kärnten stellt sich vor

Für die CMT Caravaning-Partnerregion Kärnten zähle Baden-Württemberg „zu den wichtigsten Partnern“, betonte Christian Kresse, Geschäftsführer der Kärnten Werbung Marketing und Innovationsmanagement GmbH. Gerade im Camping-Tourismus beobachte er „eine große Trendumkehr“. Es herrsche „eine Sehnsucht, sich an die eigene Kindheit zurückzuerinnern, wo man mit den Eltern im Urlaub war. Nach Kärnten ist es ein Katzensprung. Über 40 Prozent aller Campingplätze Österreichs liegen dort.“ Die Wirtschaft in Kärnten brauche den Tourismus, ergänzte Sigismund E. Moerisch, Sprecher Tourismus der Wirtschaftskammer Kärnten. „Jeder vierte Arbeitsplatz in Kärnten ist ein touristischer Arbeitsplatz.“ Auch die Sparten Camping und Caravaning, die einen „sehr großen Anteil“ am Tourismus in Kärnten ausmachten, hätten sich mittlerweile „sehr stark entwickelt“.

Trend zu Kurzreisen nimmt weiter zu

Gern bestätigte dies der Präsident des Deutschen Caravaning Handels-Verbandes e.V., Kai Dhonau. Vor allem der Trend zu Kurzreisen habe „ungeheuer zugenommen – und der Caravan steht vor der Tür!“ Unter den fast 1000 auf der CMT ausgestellten Fahrzeugen, befänden sich viele „kleinere, flexible Fahrzeuge“, die diese Entwicklung widerspiegelten. Auf Komfort brauche man freilich auch im kompakten Camper nicht zu verzichten: Zu den neuen Techniktrends zählten digitale Lösungen, App-Steuerungen und Multimedia-Ausstattungen.

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