Den „Wilden Süden“ schmecken

13.01.2020 - 16:19

Nahziele für aktive Genießer: Beim Tourismustag Baden-Württemberg auf der CMT stellt sich das Land als kulinarische Top-Destination vor

Für den anhaltenden Erfolg des Tourismus in Baden-Württemberg sei vor allem die hohe Qualität des Angebots entscheidend, sagte Tourismusminister Guido Wolf am Montag anlässlich des Tourismustages Baden-Württemberg auf der Stuttgarter CMT. Im Rahmen der Veranstaltung wolle man daher „nicht nur Zahlen präsentieren“, sondern auch Aspekten wie Nachhaltigkeit und Regionalität Rechnung tragen. Dass es gelungen sei, „einzigartige, unverwechselbare Erlebnisse“ zu schaffen, verdanke Baden-Württemberg zum einen „seiner Landschaft, die klimaschonend und ohne Flugreise zu erreichen ist“, zum anderen seiner hervorragenden Gastronomie. „Ein gutes Viertel aller deutschen Top-Restaurants liegt im Südwesten. Baden-Württemberg ist der Feinkostladen der Nation, denn gutes Essen und Trinken haben hier eine lange und stolze Tradition.“

Touristische Investitionen sind „gut angelegtes Geld“

Mit einem jährlichen Bruttoumsatzvolumen von rund 25 Milliarden Euro und über 53 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr sei der Tourismus von hoher wirtschaftlicher Bedeutung für das Land, betonte Wolf. In der Saison 2019 habe man zum neunten Mal in Folge einen Rekord verzeichnet. Deshalb nehme man bei der Tourismusförderung „richtig Geld in die Hand“: Im aktuellen Doppelhaushalt sind zehn Millionen für das Tourismusmarketing vorgesehen, weitere zehn Millionen jährlich stellt das Tourismusinfrastrukturprogramm ab 2020 zur Verfügung. Hinzu kommen Mittel in Höhe von 20 Millionen aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, die für investitionsbereite Betriebe des Gastgewerbes vorgesehen sind. Dies soll gezielt dem Rückgang der Betriebszahlen, dem gefürchteten „Gasthaussterben“, entgegenwirken. Damit investiere man „so viel wie noch nie“, so Wolf. Da 390 000 Arbeitsplätze vom Tourismus abhingen, sei dies aber „gut angelegtes Geld. Urlaub zuhause lohnt sich und nutzt auch den Einwohnern vor Ort.“

„Führendes Bundesland in Sachen Spitzengastronomie“

Neben naturnahen Aktiv- und Outdoor-Angeboten steht das Reiserlebnis mit Messer und Gabel im „Wilden Süden“ ganz oben in der Besuchergunst. „Die Marktforschung bestätigt, dass Essen und Trinken für viele deutsche Urlauber nicht nur schmückendes Beiwerk sind“, berichtete Andreas Braun, Geschäftsführer der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg. „Für 61 Prozent stehen kulinarische Erlebnisse an erster Stelle.“ Es sei „kein Wunder, dass Baden-Württemberg hier eine hohe Kompetenz zugesprochen wird.“ Dem stimmte der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Baden-Württemberg, Fritz Engelhardt, gerne zu: „Mit 90 Michelin-Sternen in 77 Betrieben ist Baden-Württemberg das führende Bundesland in Sachen Spitzengastronomie.“ Daneben finde sich eine große Zahl an Gasthäusern und Restaurants, die auch ohne Stern „Gastronomie auf hohem Niveau“ pflegten – oft in Gestalt einer regional geprägten Küche, die das Genießerland Baden-Württemberg kulinarisch erlebbar mache. Als „beispielhaft“ nannte Engelhardt an dieser Stelle die erfolgreiche Gemeinschaftsinitiative „Schmeck den Süden“.

„Gastfreundschaft wird von Menschen gemacht“

Eine Herausforderung für die Gastronomie stelle nach wie vor die Nachwuchsgewinnung und -förderung dar, sagte Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der IHK Nordschwarzwald. „Gastfreundschaft wird von Menschen gemacht. Frische, qualitativ hochwertige Ideen können nur auf Grundlage einer soliden Ausbildung und eines soliden Qualitätsmanagements gedeihen.“ Derzeit befinden sich mehr als 7000 junge Menschen in der Ausbildung zu einem Beruf im Gastgewerbe oder im Reiseverkehr, fast 3000 haben in diesem Jahr eine Ausbildung begonnen. Damit sind die Zahlen – bei einem leichten Minus von 1,8 Prozent – relativ konstant geblieben. Gute Aussichten also für „Qualität Made in BaWü“.

Baden-Württemberg auf der CMT in der Oskar Lapp Halle 6

www.tourismus-bw.de/Genuss/Geniesserland-Baden-Wuerttemberg

 

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